Rückblick 2007

Rohkost Gathering - Südspanien

Zeichnung Circle16.03. – 08.04.2007  ★ An ei­nem ab­ge­le­ge­nen Strand, 50 km öst­lich von Malaga, zel­te­ten etwa 20 Leu­te in wechseln­der Be­set­zung; ins­gesamt kamen etwa 80 Schwestern und Brüder. Da wir auch in Rainbow-Kreisen zu diesem Treffen einluden, waren viele Leute aus dieser Alternativszene dabei. Darunter waren sowohl langjährige Rohköstler als auch Leute, die die Rohkost nur mal ein paar Tage ausprobieren wollten. Letztere berichteten bereits von positiven Auswirkungen. Viele waren 20 bis 30 Jahre jung; herzliche Leute, die am abendlichen Feuer mit Begeisterung indische Mantras und andere Lieder sangen. Viele machten Yoga; einige erschienen mir geradezu akrobatisch. Gert Buttermann behandelte fast jeden Tag mit Reiki und machte Einweihungen. Die benachbarten Berge animierten zum Wandern. Dazu kamen noch Workshops wie Kräuterwanderungen, Einführung in die Rohkost-Szene, Survival-Ausrüstung und Schnüre-Herstellen. Direkt neben dem Strand liegt die Bio-Finca Aurelio, von der wir preisgünstig Obst und Gemüse bekamen. „Das Rohkost-Gathering war für mich eines der schönsten Treffen meines Lebens. Ich möchte alle Rohköstler weltweit zum nächsten Rainbow einladen.“ Sven Rohark, seit 12 Jahren konsequenter Rohköstler. Eine ausführliche Nachlese des Rainbows findet ihr bei Manuel Kodrun: http://www.rainbow-healing.blogspot.com/
Eine Dia-Show gibt es bei beneficiofamily.com

 

Wanderung bei Hannover

Zeichnung: Wanderer12.08. - 19.08.2007  ★ 8 bis 12 Leu­te im Al­ter von 29 bis 66 Jah­ren wan­der­ten von Rinteln an der Weser nach Bordenau bei Han­no­ver. Wir passier­ten kleine Berge mit großen Wäldern, badeten in Flüssen und Badeseen und durchquerten ein naturbelassenes Moorgebiet. Die Natur versorgte uns üppig mit Früchten und Kräutern, dennoch gingen wir auch einkaufen – z. B. der Avocados wegen. Die Nächte verbrachten wir im Wald oder am Waldrand. In dem Moorgebiet stellten wir alle Gespräche ein und schwiegen. So waren wir besser aufnahmefähig für die Stimmen der Vögel, das Rauschen der Bäume, den etwas unheimlichen Anblick der meist abgestorbenen Birken... Ich empfehle, auch mal einige Tage alleine durch eine naturnahe Gegend zu wandern; das ist ein ganz besonderes Erlebnis! Für mich war die Wanderung in anderer Hinsicht ein besonderes Erlebnis, denn ich verliebte mich in eine Teilnehmerin. Was aus unserer Beziehung wird, bleibt jedoch ein Geheimnis der Zukunft. Ich schätze, etwa ein Viertel der Frauen und Männer, die an den Veranstaltungen teilnehmen, sind ohne Partner. Es liegt wohl zum einen an gewissen Ängsten, zum anderen wollen viele sich nur dann verlieben, wenn sie einen dauerhaften Partner finden. Eigentlich ist das doch schade. Denn wenn sich zwei Menschen nur für kurze Zeit verlieben, hat das ja den großen Vorteil, dass sie sich schon bald aufs Neue verlieben können! Und das ist doch etwas Wundervolles.
Tagebuch:
Samstag, 11.08.: Bahnhof Rinteln - Doktorsee bei Rinteln, dort auf einer Wiese Übernachtung -
Sonntag: ein Badesee nahe der Weser südöstlich von Rinteln, dort Badepause und Prüfung von Christianes Gepäck, Aufteilung in Gruppen - Engern - Steinbergen (bei der Kirche Aufteilung in nochmals 2 Gruppen; eine holt Kathrin vom Bahnhof Rinteln ab; Wiedertreffen) - Wiehengebirge (Wald) - Berrsen - Pause an dem Flüsschen Aue, Christoph badet - Rolfshagen - Bückeberge (Wald), dort Übernachtung -
Montag: Wir suchen nach den in der Karte eingezeichneten Höhlen und entdecken sie: nicht zugängliche Bergbauhöhlen - Schwefelquelle im Wald - Obernwöhren, Brigitte holt Claudia ab, einige laufen nach Stadthagen zum Einkaufen - zurück in den Wald, dort Übernachtung -
Dienstag: wie immer Frühsport mit Christiane - wir verlassen den Wald in Richtung Osten, schöne Hügellandschaft (dort entstand das Foto, das ich für NL verwende) - Wir kommen wieder an den Waldrand und übernachten dort, Brigitte und ich laufen nach Bad Nenndorf -
Mittwoch: Foret verfehlt uns, ich hole ihn ein - Pause in Bad Nenndorf - Ohndorf - etwas schwierige Unterführung unter der Bahn (Graben, Foret wählt anderen Weg) - Gespräch mit Förster am Waldrand - Badepause am Mittellandkanal - Übernachtung im Wald -
Donnerstag: Hagenburg, am Ortseingang Pause und Abschied von Kathrin, Sachen getrocknet - Badepause im Moorsee, dort in der Nähe treffen wir Karl - Steinhude - Badeinsel - Übernachtung im Wald "Hohe Holz" -
Freitag: Wanderung zu einer Badestelle, Trennung in Gruppen, Badepause - Übernachtung an derselben Stelle wie vorherige Nacht -
Samstag: Abschied von Marion (Fußblasen) - Aussichtsturm am Steinhuder Meer - Moorgebiet mit Schweigezeit - Poggenhagen - Bordenau - Badesee - Übernachtung am Waldrand -
Sonntag: Badesee - Treffen mit Besuchern der "Wilden Woche".

 

Wilde Woche bei Hannover

Zeichnung Circle19.08. - 26.08.2007  ★  Diese Woche hatte noch etwas mehr Teilnehmer/innen als die Wanderung. „Wild“ nannte ich sie, weil wir uns ausschließlich von Wildkräutern und Wildfrüchten ernähren wollten. An Wildfrüchten standen uns massenhaft die Früchte der Kanadischen Traubenkirsche, Weißdornbeeren und die Hagebutten der Kartoffelrose zur Verfügung; ab und zu kamen Brombeeren, Kornelkirschen, Eibenfrüchte, Mehlbeeren, Haselnüsse und halbwilde Birnen dazu. Allerdings aßen wir auch Kulturfrüchte wie Äpfel und Pflaumen, zumal auch diese massenhaft zur Verfügung standen. Wir wanderten im nahe gelegenen Wald, badeten in einem Badesee und machten kleine Floßfahrten. Auch die Nächte waren von besonderer Güte. Viele der Teilnehmer/innen waren recht freizügig im Kuscheln, wie ich es in den vergangenen Jahren so nicht erlebt habe. Es kann nur gut sein, mehr körperliche und auch seelische Nähe zuzulassen, auszuprobieren, wie sich das Kuscheln anfühlt und Gefühle freizulassen.

 

Floßtour Hannover - Bremen

Zeichnung: 2 Paddler26.08. - 04.09.2007  ★ Den mei­sten Men­schen er­scheint unser Floß wohl zu aben­teu­er­lich. Lenka, Claudia, Lars und Christoph je­doch wag­ten sich mit mir (bei wechseln­der Be­set­zung) auf die­ses Wasserstraßengefährt und fuhren von Bordenau (Nähe Han­no­ver) die Leine, Aller und sogar die Weser stromabwärts bis nach Bremen. Dort entdeckte uns die Wasserschutzpolizei. Zwei Ordnungshüter sprachen uns freundlich an, ließen sich beim Anblick unserer genialen Konstruktion ein gewisses Entsetzen anmerken, erklärten das Unternehmen angesichts der Schifffahrt für zu gefährlich und verboten uns die Weiterfahrt. Christoph brachte das Floß mit seinem Auto zurück nach Bordenau, ich besuchte meine Eltern. Die präsentierten mir einen Zeitungsartikel: „Polizei stoppt Kapitän Leichtsinn...“ Da der Bericht recht unterhaltsam geschrieben ist, findet ihr ihn hier abgedruckt. Ich erlaube mir aber zwei Sätze zur Verteidigung: Wir verwendeten feste Schnüre, die auch nach dreijährigem Gebrauch keine Abnutzungserscheinungen aufweisen. Und kentern würden die schmaleren Kanuboote, die offiziell auf allen Schifffahrtsstraßen fahren dürfen, viel schneller als unser 2,3 m breites Floß. Sind wir also stets trocken geblieben auf unserer 9-tägigen Floßfahrt? Keineswegs! Das Wasser war sauber, aber deutlich kälter als in der häuslichen Badewanne. Doch Kapitän Leichtsinn und seine Kumpane sind abgehärtet; es gab mehrere Badepausen. Und kurz vor Bremen wählten Claudia und Christoph den direkten Weg ins Wasser: Sie betraten die große Styroporplatte auf dem Floß (die hatte Lenka im Wald bei Bordenau entdeckt) gleichzeitig und in der Mitte. Die Platte krachte, und meine beiden Kumpane rutschten der Länge nach ins kühle Nass. Ich fühlte mich an Max und Moritz und den Schneider Böck erinnert... Den Schaden konnten wir mit Schnüren beheben.
Tagebuch:
Sonntag, 26.08.07, ca. 12 Uhr, Kleingartenkolonie Bordenau: Wir verstauen unser Gepäck und weitere Teile für die Floßfahrt in 2 Autos. Eine Gruppe fährt zum Floß, das wir im Wald in der Nähe von Bordenau versteckt haben, und Claudia und ich fahren mit dem Gepäck nach Neustadt am Rübenberge an die Leine und warten auf die Floßfahrer. Doch die erste Gruppe hat ein Problem: Das Floß ist weg! Entweder hat sich jemand zu einer spontanen Floßfahrt entschlossen, oder das Floß ist nur ins Wasser gestoßen worden. Zum Glück ist Letzteres der Fall; die Gruppe findet das Floß nach einer halben Stunde Suchen in dem etwas unwegsamen Gelände; es hat sich in einem Baum verfangen, welcher angesichts des Hochwassers ins Wasser ragt. Sie schaffen es zu befreien und starten mit Lenka, Lars und Karl. Aufgrund des Hochwassers kommen sie schnell voran und sind bald bei Claudia und mir. Bald kommen Bärbel und Klaus mit ihrem Auto dazu; die Neugier hat sie gepackt. Für Karl ist die Fahrt hier wegen privater Termine zu Ende. Wir laden das Gepäck auf, und Lenka, Lars und ich stechen in den Fluss. Bald heißt es Aufpassen: ein gefährliches Wehr; unbedingt links halten und in den Schleusenkanal fahren! Gut, dass ich derartige Angaben aus dem Flussführer des Deutschen Kanuvereins abgeschrieben habe, dazu auch jeder Ort und jede Brücke, mit Kilometerangabe. Und aus einem anderen Buch habe ich die Schifffahrtsregeln... In Neustadt machen wir halt fürs Internetcafe, zum Kornelkirschen-Naschen und zum Umtragen der Schleuse. Übernachtung bei ca. km 81 an einem Feldrand unter einem großen Eichenbaum.
Montag, 27.08. Erneut ein herrlicher Tag; Sonne und Wolken wechseln sich ab, aber es bleibt regenfrei. Aufgrund des Hochwassers kommen wir gut voran und können oft übers Ufer gucken. Etwa bei km 99 landen wir an, machen einen längeren Spaziergang und übernachten dort unter einem Baum, der direkt am Ufer steht, am Waldrand, aus meiner Sicht der schönste Schlafplatz der Floßfahrt. Die dezenten Flussströmungsgeräusche empfinde ich als angenehm.
Dienstag, 28.08. Wir fahren nach Schwarmstedt, wo wir einkaufen, Lenka zum Zug bringen und Christoph abholen. Er ist jedoch mit dem Auto gekommen und will noch etwas weiterfahren; wir vereinbaren einen Treffpunkt an der Aller. Diesmal schlafen wir, Lars und ich, auf einer Wiese (bei km 109) und bauen Tarps auf, in der Feuchtigkeit, am Morgen den Sonnenaufgang genießen zu können.
Mittwoch, 29.08. Die Wiese ist sehr feucht von der Taunässe; gut dass wir Tarps aufgebaut haben! Die Sonne ist von Wolken verdeckt. Ich finde es doch angenehmer unter einem dichten Baum zu schlafen; er hält (außer bei Nebel) jede Taufeuchtigkeit ab, und wenn’s nicht regnet, baue ich nicht mal mein Tarp auf. Lars und ich starten. Nach 3 km mündet die Leine bereits in die Aller (bei km 52,4). Dort begegnet uns zum ersten Mal ein kleines Motorboot; auf der Leine sahen wir nur 3 Kanuboote. In Bosse bei km 75 steigt Christoph zu. Regen kommt auf. Wir fahren dennoch weiter, lassen uns von der Strömung treiben und korrigieren nur gelegentlich die Richtung. Herrlich, wir tun nichts und kommen, allein durch Naturkräfte, gut voran! Als Regenschutz hat sich ein 3 mal 4 m großes Tarp bewährt (vielen Dank an Lenka), das wir über das ganze Floß spannen. Auch nachts nutzen wir es; Lars und ich finden beide darunter Platz. In manchen Nächten schlafe ich zunächst außerhalb des Tarps unter einem Baum, doch es kommt immer wieder zu Regengüssen, und wir flüchten unter das Tarp. Übernachtung bei km 84 am Feldrand unter großen Bäumen, wir vermuten es sind Ulmen.
Donnerstag, 30.08. In Verden machen Christoph und Lars (bei Regenwetter) einen Stadtspaziergang, ich bewache das Floß. Lars kauft sich einen besseren Schlafsack; sein bisheriger bescherte ihm nächtliche Kältegefühle. Wir kommen erst bei Dunkelheit weiter, der Regen hat wenigstens aufgehört, und finden bald einen schönen Schlafplatz: Übernachtung bei km 115 unter Palmen, pardon, unter Pappeln.
Freitag, 31.08. Lars und ich holen Claudia vom Bahnhof Verden ab, Christoph bewacht das Floß. Wir sammeln noch gelbe Pflaumen und Kräuter und stechen zu viert in die Aller; unser Frühstück nehmen wir in der Regel auf dem Floß zu uns. Nach 2 km mündet die Aller in die Weser bei km 326,4. Wir müssen jetzt auf große Schiffe achten, jedoch begegnet uns keines, zumal nach einem km die Schifffahrt in einen Schleusenkanal geleitet wird, während wir auf der Weser bleiben. Wir machen Halt aufgrund heftigen Regens. Jetzt ist es nicht möglich sich treiben zu lassen: Die Staustrecke des Wehrs Langwedel macht sich bemerkbar; es gibt kaum noch Strömung, und wir haben Gegenwind. Bei dem Regen paddeln wollen wir nicht, weil wir dann nass würden. Das Wehr kommt nach weiteren 2 km , dort müssen wir das Floß umtragen. Anschließend haben wir bessere Strömung. Übernachtung bei km 333 am Feldrand. Hier passiert das unfreiwillige Bad von Claudia und Christoph: Sie betreten die große Styroporplatte, die fast die Hälfte des Floßes überdeckt, gleichzeitig und in der Mitte. Dort hat sie aber keine Auflage, sondern nur am Rande. Sie kracht, bricht auseinander und Christoph rutscht bis zur Brust ins Wasser, Claudia bis zur Brust. Ich fühle mich an Schneider Böckh und Max und Moritz erinnert, jedoch bleiben meine Kumpane gesund – sie sind doch hart im Nehmen... Glücklicherweise haben wir das Gepäck bereits fast vollständig abgeräumt, außer ein paar Essenssachen (hatten es die beiden vielleicht deshalb so eilig?). Die paar Essenssachen landen im Wasser und treiben ab, Lars und ich paddeln gleich hinterher. Es ist kein Problem, die Äpfel usw. wieder einzusammeln, doch der Rückweg zum Schlafplatz gegen die Strömung... Fast geben wirs auf, doch als wir es ganz nah am Ufer versuchen, schaffen wir es.
Samstag, 01.09. Alle sind gut erholt, wir fahren zu viert bis nach Achim. Dort gibt es schöne Sandbuchten; wir 3 Männer machen einen Stadtspaziergang, Claudia bleibt am Wasser. Auch baden wir alle. Übernachtung bei km 343 am Feldrand. Abends kommen Angler vorbei, Morgens auch Spaziergänger.
Sonntag, 02.09. Ich bringe Claudia zum Bahnhof; das Wochenende ist vorbei, und sie muss Morgen arbeiten. Christoph und Lars fahren weiter bis zum Weserwehr Bremen-Hastedt, wo ich sie wiedertreffe. Dort gibt es eine automatische Schleuse, die per Knopfdruck funktioniert – einwandfrei! Jetzt macht sich die Tide bemerkbar, also Ebbe und Flut von der Nordsee. Übernachtung kurz hinter dem Wehr bei km 363 bei einer Kleingartenkolonie.
Montag, 03.09. Wir verbringen den ganzen Tag in Bremen, da nachmittags auflaufendes Wasser (Flut) ist und übernachten an derselben Stelle. Ich treffe meinen Onkel, der in Bremen wohnt und nicht schlecht staunt beim Anblick des Floßes.
Dienstag, 04.09. Morgens Regen; beim Aufbruch mittags ist die Ebbe leider schon fast vorbei, nach einigen km macht sich das auflaufende Wasser schon wieder bemerkbar. Ein Wasserschutzpolizeiboot begegnet uns, wir sehen, dass die Insassen nach Ferngläsern greifen. Doch sie fahren weiter. Ich töne schon, dass laut Kanuführer es keine Zulassungsbeschränkungen gebe – und irre mich. Sicherlich müssen die Wasserfahrzeuge sicher sein. Und das scheint nach Polizeimeinung bei uns wohl ganz und gar nicht der Fall zu sein. Somit ist die Floßfahrt beendet. Wir überlegen, ob wir das Floß entsorgen wollen, doch Christoph holt schließlich sein Auto, wir zerlegen das Floß in 4 Teile, binden es aufs Dach, und Christoph bringt es nach Bordenau. Lars und ich wandern noch 2 Tage in Richtung Hamburg, diesmal zumeist umgekehrt: Lars läuft barfuß und ich in seinen Schuhen: Ich habe eine Blase. Offenbar bin ich auch nach viel Barfußlaufübung immer noch nicht vor Blasen gefeit! Doch vielleicht hat auch ein Dorn o. ä. nachgeholfen. Weiter geht’s per Anhalter. Ich besuche Claudia, die mir den erwähnten Zeitungsartikel präsentiert. Anschließend besuche ich meine Eltern, die mir einen ähnlichen Zeitungsartikel zeigen; mein Onkel in Bremen hat ihn in seiner Zeitung entdeckt. Hier die schärfste Version:

Polizei stoppt Kapitän Leichtsinn
Wolfsburger bastelt Boot aus Kanistern – Die Polizei Bremen beendet Schifffahrt nach einer Woche Von Sandra Sliepen Ein Abenteuer, das lebensgefährlich wurde: Leere Kanister, ein paar Styroporteile und Holzbretter – mehr braucht man nicht für eine Schifffahrt auf dem Fluss. Das glaubte zumindest ein 43-jähriger Wolfsburger, der sich auf einem selbst gebastelten, klapprigen Floß auf Reisen begab. Gestern hat die Polizei Bremen die Tour beendet. Eine Woche waren der Wolfsburger und sein ostfriesischer Co-Kapitän auf Deutschlands Flüssen unterwegs. Gestern Nachmittag bemerkte die Wasserschutzpolizei Bremen das skurrile Bötchen auf der Weser. Bei genauem Hinschauen bot sich ein merkwürdiger Anblick: Da paddelten zwei Männer, barfuß, aber in dicke Regenjacken gehüllt, mühsam mit Holzbrettern gegen den Strom an. Die Wasserkanister wackelten gefährlich hin und her und waren nur mit dünnem Geschenkband miteinander verbunden. Auf dem Floß lagen Plastiktüten, große Rucksäcke und Iso-Matten. "Die ganze Konstruktion war so schlicht gebaut, dass die Gefahr bestand, dass die Paddler beim nächsten Sog oder Wellenschlag kentern", sagte Dirk Siemering von der Polizei Bremen. Die Männer konnten sich nur noch mühsam zum nächsten Schiffsliegeplatz bewegen, wo sie die Polizei sofort stoppte. Gestartet sind die Männer in Neustadt am Rübenberge auf der Leine. "Eigentlich wollten sie weiter bis nach Elsfleth schippern. Aus Sicherheitsgründen konnten wir das nicht zulassen." Die Männer hätten Lust auf Abenteuer gehabt. Das sei vermutlich der einzige Grund für den wackligen Ausflug, sagte Siemering. Mit weiteren Konsequenzen müssen die Amateur-Kapitäne nicht rechnen.
Wolfsburger Nachrichten, Donnerstag, 06.09.2007

 

 

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