Rückblick 2008

Wanderung - Südspanien

Zeichnung: Wanderer12.02. - 21.02.2008  ★  Die heiße Quelle bei Santa Fé und das Beneficio waren die Ziele, dazwischen einsame Berge...
12.02., gegen Mittag: Brigitte, Lenka, Michael, Shlomit und ich machen uns von der Cala Chica bei Nerja auf den Weg in die Berge. Nach etwa 1 km: Ruine einer ehemaligen Zuckerfabrik. Nach Unterquerung der Autobahn beginnen die Berge, bald kommen wir ins Flussbett des trockenen “Baranco de Maro”. Wir verpassen jedoch einen Pfad, der rechts hoch gehen sollte, vielleicht ist der untere Teil des Pfades vom Unwetter vom 21.09.2007 weggespült. Es kommt eine Staumauer, mit schwierigem Aufstieg. Schliesslich geraten wir in eine Sackgasse, eine Art Halbhöhle, sehr imposant, aber ein Aufstieg ist hier unmöglich. Wir gehen zurück und finden eine Möglichkeit zum Aufstieg. An einem Grillplatz holen wir uns Quellwasser. Weiter gehts im Tal des Baranco, wir schlafen in bzw. bei einer Höhle am Flussbett, bei angenehmen Schlafbedingungen.
13.02. Unser nächstes Ziel: der über 1800 m hohe Berg “Nava Chica”. Ein Teil des ursprünglichen Wanderweges ist offenbar unpassierbar; jedenfalls finden wir zunächst nicht den Aufstieg links. Doch ein späterer Aufstieg ist leicht zu finden und gut zu bewältigen. Auf dem Nava Chica erwartet uns eine tolle Aussicht, aber auch Wind. Die Wolken ziehen teilweise unter uns entlang der Berge, wir überlegen ob wir lieber abwärts in ein Tal gehen. Doch wir wagen es zunächst oben zu bleiben und haben Glück, die Wolken verziehen sich. Wir schlafen ziemlich weit oben, die Nacht ist kalt. Es friert zwar nicht, doch der Wind kühlt uns. Wir ziehen alles an und frieren teilweise ein wenig, aber nicht so arg.
14.02. Unser nächstes Ziel: Der Stausee bei Fornes. Wir gehen einen Pfad, dann durch ein Flussbett, durch Gestrüpp, endlich kommen wir auf einen breiteren Weg, und am Abend erreichen wir den See. In einem Dorf kaufen wir Obst und Gemüse ein und finden einen schönen Schlafplatz bei Mandelbäumen.
15.02. Da die Sonne sich hinter Wolken verzieht, baden wir nicht im See, gehen durch ein Flussbett, auf kleinen Strassen und Sandwegen, finden auf einem Acker rote Spargelbeeren, die uns in begrenzter Menge gut schmecken, kommen durch die Dörfer Agron und Ventas de Huelma (dort kaufen wir ein) und schlafen auf einer naturbelassenen Fläche in einem Tal.
16.02. Wir erreichen über Acula und Santa Catalina die heissen Quellen bei Santa Fé, ein paar Mal müssen wir nach dem Weg fragen. Es handelt sich um ein herrliches und kostenloses Badeparadies mit mehreren Bademöglichkeiten und Wasserfällen, unter denen wir uns duschen. Wir treffen Fritz und Lars, die mit dem Auto kamen. Wir bleiben einen Tag. Shlomit und Michael beenden die Wanderung.
18.02. Brigitte, Christian und ich gehen südlich an Granada vorbei. Übernachtung bei Alhendin.
19.02. Südlich von Otura trennen wir uns; Brigitte und Christian gehen einfachere Wege und nehen teilweise Autoverkehr in Kauf, ich gehe über die Berge. Plötzlich kommt der einzige Regenschaer der Wanderung; Brigitte und Christian werden etwas nass. In Dúrcal treffen wir uns gegen 19 Uhr wieder und übernachten bei Nigüelas.
20.02. Erneut trennen wir uns; ich gehe teilweise den GR 240-Wanderweg (“Sulayr”) über die Berge, der gut ausgeschildert ist, bei schöner Landschaft. Hinter “Tello” übernachte ich unter einem Baum.
21.02. Ich verlasse den Wanderweg und schlage mich durch zum Beneficio. Um 14 Uhr treffen wir im Beneficio wieder zusammen, besuchen Bekannte und übernachten.
22.02. Wir beschliessen, mit dem Bus zurückzufahren, weil die Motivation nachlässt. An der Cala Chica ist es ja wärmer... Vielleicht ganz gut; am nächsten Tag regnet es viel.

 

Fastenwanderung - Südspanien

Zeichnung: Wanderer13.03. - 16.03.2008  ★  16 Leute nahmen an der Wanderung teil und fasteten einige Tage, assen nichts oder nur einen Löffel Heilerde pro Tag und z. T. einige Kräuter. Wir gingen den Fluss "Rio Chillar" bei der Stadt Nerja hoch. Die Gegend ist naturbelassen und wunderschön, das Wetter war angenehm und regenfrei, das Fasten fiel uns somit leichter als unter Alltagsbedingungen. Das Wasser entnahmen wir dem Fluss. Die meisten fühlten sich aber schwach, einige sehnten sich nach der nächsten Mahlzeit. Auch mussten wir oft durchs Wasser laufen und das fiel vielen nicht leicht, obwohl wir sehr wenig wanderten. Und viele sehnten sich nach dem Strand - klar, sie kamen soeben aus dem deutschen Winter... Wir verkürzten also die Wanderung und kamen am 16.03. am Strand "Cala Chica" an. Dort gab es reife Cherimoyas und Avocados in Massen - unter diesen Umständen mochten einige von uns nicht weiterfasten und langten mehr oder weniger zu, andere fasteten am Strand noch einige Tage weiter. Insgesamt war die Veranstaltung wohl für fast alle eine interessante Erfahrung.

 

 

Rohkost Gathering - Südspanien

Food circle

Zeichnung Circle21.03. - 06.04.2008  ★  Ins­­ge­samt etwa 100 Leute campten in den Bergen bei Nerja in Südspanien, davon viele nur für einige Tage. Im Durchschnitt waren etwa 25 Leute anwesend. Es waren mehr als beim Gathering im vorigen Jahr, obwohl der Platz für viele wohl nicht so attraktiv wie der vorige war, nämlich nicht am Strand, sondern etwa 4 km im Landesinnern. Leider wachsen dort auch die essbaren Wildpflanzen nicht so üppig wie in Strandnähe. Manche fanden aber den neuen Platz schöner, weil ruhiger und abgelegener. Um vor herunter fallenden Steinen sicher zu sein, beschlossen wir kurz vor Beginn, nicht in der ursprünglich vorgesehenen Höhle zu bleiben, sondern etwa 400 m weiter in die Berge zu ziehen; den Weg dahin kennzeichneten wir sorgfältig. In den letzten Tagen entfernten wir die Kennzeichen aber, um uns vor den Ordnungshütern zu verstecken. Denn leider war für den Platz keine offizielle Genehmigung zu bekommen. Als Regenschutz spannten wir ein 5 mal 8 m grosses Tarp auf, jedoch regnete es beim Gathering nicht, sondern nur einen Tag vor und einen Tag nach dem Gathering. Wie auch immer, ich fühlte mich an dem Platz schon bald wie zu Hause. Ich fand einen schönen Schlafplatz, umgeben von jungen Kieferbäumen, jedoch mit einer Lücke für die Morgensonne. Diese Abgeschiedenheit, die ursprüngliche Natur, dazu die ähnlich fühlenden Leute - einfach himmlisch! Workshops gab es am meisten in Yoga, Quigong und Massage, dazu Einführungen in die Rohkost, Wildkräuterwanderungen, Lachyoga, Reiki, Maya-Kalender und Schnüre drillen. In einem Vision-Circle zum Abschluss des Rainbows beschrieb Gert das Projekt in Peru, das er mit Freunden ins Leben rufen wird. Zu der geplanten Rohkost-Rainbow-Community in Europa oder auf den Kanaren gab es keine grossen Vorstösse; sie braucht Zeit und Geduld, scheint es. Jedoch kommen bereits zum zweiten Mal im Winter einige Rohkost-orientierten Leute an der Cala Chica, einem kleinen abgelegenen Strand bei Nerja in Südspanien, zusammen. Als nächsten Schritt erwägen wir, eine Finca in der Nähe von Nerja zu pachten und zu bearbeiten. Wer macht mit? Ihr seid herzlich eingeladen! Die Freiheit, stets kommen und gehen zu können, war einerseits angenehm - die Strände und die Stadt Nerja lockten... Andererseits beeinträchtigte die Unstetigkeit nach meinem Empfinden das Zusammenwachsen der Familie. Daher kamen sowohl Gert als auch ich auf die Idee, im nächsten Jahr auch ein geschlossenes Rohkost-Rainbow, also ein Retreat, zu veranstalten. Zuvor soll es eine Fastenwanderung geben und nach dem Retreat wieder ein offenens Rohkost-Rainbow.
Fotos: Aufnahmen von Gert könnt ihr angucken auf der Beneficiowebseite:
http://www.beneficiofamily.com/new/showthread.php?p=242#post242
Ein kurzer Film: http://www.youtube.com/watch?v=IHPHnB8Ok8o

 

Wanderung Spanien - Deutschland

Ab 07.04.2008  ★  Die Wanderung ist ausgefallen, weil sich keine Mitwanderer eingefunden haben. Irgendwann will ich solche Touren auch alleine machen, doch nicht jetzt...

 

Wanderung - Süddeutschland

Zeichnung: Wanderer13. 07. 2008, Kißlegg  ★   Nach dem Gesundheits-Kongress mit Franz Konz treffen wir uns um 15 Uhr am Eingang des Hotels, laufen zum Obersee, baden dort und suchen uns im Wald östlich davon einen Schlafplatz. Am Abend holen wir weitere Teilnehmer/innen vom Bahnhof ab.
14. 07., gegen 10 Uhr, brechen wir, nunmehr 16 Leute, bei Regen auf und gehen, stets auf kleinen Wegen, durch Bärenweiler, Sommersried, Straß, Weihers, Ehrlach, machen Pause am Großweiher und legen uns nördlich der Stadt Wangen schlafen – einige in einem jungen Wald, andere auf einem Trimmplatz in der Nähe. Bei so vielen Leuten kann nicht alles so flüssig laufen wie bei weniger Teilnehmenden, doch ich denke, wir konnten uns an die häufigen Pausen alle gut gewöhnen. An Obst fanden wir nur einige wilde Himbeeren, und wir befürchten, dass wir auf Dauer nicht satt werden, wenn wir nur selbst gesammelte Kräuter und Früchte essen. Daher beschließen wir, morgen in Wangen einzukaufen.
15. 07. vormittags, in kleineren Grüppchen streifen wir durch die Stadt Wangen. Wir treffen uns am Süd-Ende der Stadt, brechen auf und kommen durch Elitz, Jussenweiler, Untermooweiler. In einem abgelegenen Wald nahe dem Neuravensburger Weiher machen wir eine Vorstellungsrunde mit dem Schwerpunkt: Wer hat welche Fähigkeiten anzubieten? Kinesiologie, Bahjans-Singen, Englisch-Unterricht usw. Ein paar Schritte weiter finden wir viele wilde Himbeeren. Zwei Leute laufen voraus, um im Neuravensburger See zu baden. Wir treffen sie in der Nähe vom See wieder; sie haben aber nur einen Zugang zum See gefunden mit sehr vielen Mücken, mit denen sie vor dem kühlen Bad ein Wettrennen veranstalteten. Wir anderen verzichten freiwillig auf das Bad und machen uns weiter auf den Weg. In Dabetsweiler gibt’s eine längere Wartepause, weil sich einige in ein interessantes Gespräch mit einem Biobauern vertieft haben. In der Nähe dieses Ortes finden wir geeignete Schlafplätze, wobei es einige in einen Wald zieht, während andere lieber auf einem Hügel mit schöner Aussicht sich schlafen legen – genau auf der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern.
16.07., 9 Uhr, alle sind beim Wald angekommen. Nach einigen Wiesenpfaden kommen wir bei einem Ökobauern vorbei mit einer großen Solaranlage auf einem Dach, das sich automatisch in Richtung Sonne dreht. Der Bauer kommt raus, beantwortet mit einer Engelsgeduld unsere vielen Fragen und lässt uns anschließend in seine Kirschbäume klettern. Geld will er nicht, so pflücken wir ihm und seinen Eltern ein paar Kirschen, die er dankbar annimmt. Wir schlagen uns südlich an Mollenberg und nördlich an Sigmarszell vorbei. In dem kleinen Grenzfluss Leiblach nehmen wir ein Bad. Weiter geht’s am Fluss, und bald sind wir am Bodensee, und in Österreich. Dort gelingt die Verständigung ob Pause oder weiter nicht so ganz klar, doch schließlich sind alle bereit und wir gehen in die Höhe: „Pfänder“ heißt der Berg. Auf halber Höhe bekommen wir die Erlaubnis, auf einer Wiese zu schlafen. Zum Sonnenuntergang machen die Wolken eine Lücke auf...

Sonnenuntergang über dem Bodensee

17. 07., als Aufbruchszeit pendelt sich allmählich etwa 9 Uhr ein. Zu Beginn bilden wir stets einen Kreis, jemand sagt einen Spruch, und nach indianischer Art singen wir lange Töne auf „Ohm“. Ich empfinde dieses Morgenritual als ein schönes Zeichen des Zusammenhalts. Der Pfänder hält uns mehr auf als erhofft; wir gehen trotz Regenwetters bis zur Spitzte rauf und kommen an einer unerwünschten Seite wieder runter: Nicht wie geplant in Langen, sondern in Kennelbach bei Bregenz. In Gruppen gehen die meisten nach Bregenz – Einkaufen, Internet und, äh, Sauna. Das Wetter war heute echt nicht wanderfreudig, so schlafen wir auch zumeist nicht im Freien, sondern in einer Kapelle (eine Mutter mit zwei Kindern kommt zum Beten vorbei, läßt uns aber weiterruhen…) und bei einem netten Bauern, der auch schon kleine leckere reife Äpfel hat.
18. 07., Abschiedsszene beim Bauernhaus: 4 Teilnehmer/innen begeben sich zum Bahnhof Lindau, wegen Fußproblemen zumeist. Anschließend, nach dem allmorgendlichen Ritual, gehen wir nach Kennelbach wieder runter und kommen auf einen wunderschönen Weg entlang dem Fluss Bregenzer Ach. Die Ortsansässigen schätzen den Weg unterschiedlich ein: Es ist eine ehemalige Bahnlinie, und ein Tunnel ist wegen Einsturzgefahr verboten durchzugehen. Barfuß diesen Weg, das kann sich allerdings keiner der Ansässigen so recht vorstellen… Wir wagen es trotzdem, und der Weg ist wirklich schön. Ich gebe die Führungsposition ab, und wir führen wie bei den Grünen das Rotationsprinzip ein, was sich aus meiner Sicht bewährt. Als größte Herausforderung an dieser Position erscheint mir, schwierige Diskussionen mit einem gut begründeten Kompromissvorschlag zu einer Entscheidung zu leiten, mit der alle leben können. Doch eigentlich geht das auch ohne „Führungsposition“; ich will auch bei zukünftigen Veranstaltungen „rotieren“. Entlang dem Nebenfluss Weißach begeben wir uns flussaufwärts, kommen durch Huban und schlafen bei Ober, wieder recht verteilt. Ich schlafe im Wald und benutze – sonst ganz selten – mein Mückenschutznetz.
19.08., Stein, Hermannsberg, und dann kommt die Grenze nach Deutschland bei Eibele. Noch auf österreichischer Seite ist eine herrliche Badestelle mit Wasserfall, das Wasser allerdings echt kalt.

Wasserfall mit Badebecken

In Oberstaufen gibt’s wieder eine längere Einkaufspause. Einige fahren heimwärts. Matthias und ich betätigen uns als Gesangsduo-Straßenmusiker; durchaus mit einem kleinen Erfolg. Ab und zu kommen Regenschauer, für die Nacht finden wir vor Thalkirchdorf eine offene Scheune mit Heu. Ich laufe nach Oberstaufen zurück: Bei dem Wasserfall hatte ich meine 2 Pullover gewaschen, in Oberstaufen auf einem Parkschild aufgehängt und dann vergessen… und am Abend wieder gefunden.
20.08. In Thalkirchdorf verlockte eine Käserei zum Einkauf von Rohmilchkäse – nobody is perfect! Konstanzer, Trieblings, und dann kommt der Alpsee, mit leichtem Regen. Dennoch baden einige von uns. In Immenstadt verlassen uns Matthias, Lars und Holger, während Natalia und Gunter hinzukommen. Weiterhin dabei sind Birgit, Wolfgang und ich, insgesamt also 5 Leute. Beim Park an der Iller entdecken wir abends eine Schule mit einem größeren Dachvorstand, und schon prasselt ein heftiger Regenschauer nieder – keine Frage, wir legen uns hier schlafen. Spät abends kommt der Hausmeister vorbei, aber nicht um uns rauszuschmeißen. Er bringt ein paar Sachen in die Schule und wünscht uns eine gute Nacht. Überhaupt haben wir auf der Wanderung nur liebe Menschen kennen gelernt, wie mir scheint.
21.08., ein Wanderweg entlang der Iller, die wir bei Untermaiselstein überqueren. In Bellen dürfen wir in einem Garten an die Johannis-, Him- und Stachelbeeren, wenn wir uns in Maßen halten. Gindels, Rottach, und dann kommt ein einsamer Weg mit unendlich vielen Him- und Heidelbeeren. Am Rottachstausee mag keiner baden angesichts des kühlen und feuchten Wetters. In einer Hütte beim Spielplatz in Petersthal legen wir uns schlafen.
22.08. Burgkranzegg, Köllen - Süßkirschen! Die gab’s nicht oft auf dieser Wanderung, und wir schlagen zu. Einige laufen weiter, wir treffen uns in Wertach wieder. Wir kommen zum Grüntensee, aber schon wieder mag keiner baden. Stattdessen stellen wir uns unter ein Dach, denn vom Himmel kommt Wasser. Bei Nesselwang legen sich Natalia und ich auf überdachten Bänken bei einer Gastwirtschaft mit Winterbetrieb, die anderen in das Häuschen der Talstation eines Skilifts.
23.08. Kappel, Pfronten. Dort besuchen wir den Exmann von Natalia. Der begleitet uns auf den Falkensteinberg bis zur Saberalm. Dort nutzen wir abermals das Vordach einer Gastwirtschaft, wieder mit freundlichem Einverständnis des Betreibers.
24.08. Weiter geht’s durch den Wald, im Alatsee baden wir – die Sonne scheint! In Füssen finden wir problemlos den Stamm der Likatier in der Floßergasse 24. Nach einer Weile kommt Leonie, und die Gemeinschaft (ein Ökodorf mit etwa 200 Bewohner/innen) macht einen sympathischen Eindruck auf uns. Auch mit Franz Konz´ Gesundheitslehre haben sie sich beschäftigt, jedoch gibt’s dort niemanden, der sie in die Tat umsetzt. - Wie bei eigentlich jeder Wanderung fanden wir fast immer kleine, wanderfreundliche Wege oder Pfade...

Baumstamm über einem Wanderpfad

Ich lief die gesamte Strecke barfuß, in den letzten Tagen waren meine Füße allerdings zugegebener Weise etwas empfindlich auf Schotterwegen – wohl erste Anzeichen von Fußblasen. Meistens kann ich bis zu 15 km pro Tag problemlos und dauerhaft barfuß laufen, doch diesmal sind wir etwas mehr gelaufen, und es gab öfter mal Schotterwege. Es ist aber natürlich jedem freigestellt, Schuhe oder Sandalen zu benutzen. Mir fiel auf, dass viele Sandalenbenutzer ohne Socken Fußblasen bekamen. Es empfiehlt sich dann rechtzeitig wunde Stellen mit einem Pflaster abzukleben. Vielleicht mag es auch gut sein, nach alter Empfehlung zwei Paar Socken anzuziehen; ein dickes Paar über einem dünnen. Dann reiben die Socken gegeneinander, und die Fußhaut bekommt keine Reibung ab – und das ist entscheidend.

 

Radtour nach Spanien

Zeichnung: Radfahrer06.10. - 19.11.2008  ★  Bereits 2006 machte ich eine solche Tour, weitgehend auf derselben Route. Diesmal starteten wir aber etwas früher, um es etwas wärmer zu haben. Anschließend verbrachte ich den Winter in Südspanien.
03.-05.10. Ein schönes Rohkosttreffen bei Brigitte in Wollmerschied bei Lorch am Rhein mit etwa 20 Leuten. Von Dort soll die Radtour losgehen. Warten auf Hermann, einem der Teilnehmer; ich fürchte schon nach ein paar Tagen alleine Radeln zu müssen. Denn Christoph, der auch an dem Treffen teilnahm, will nur ein paar Tage mitradeln. Nach 20 Uhr trifft er endlich ein - ein Zug ist steckengeblieben.
06.10. 63 km. 9,30 Uhr Abfahrt. Diese Zeit pendelt sich auch in den nächsten Tagen ein. (Ursprünglich dachte ich an eine frühere Abfahrtszeit, doch bin ich ja auch kompromissbereit!). Die Mitradler sind, wie so oft bei solchen Touren, erstaunliche Wesen! Hermann, 61, ist Bastler und Schrottverwerter und schon viel mit seinem Rad herumgekommen, z. B. auch in Kenia, bis zu 200 km am Tag, fast konsequenter Rohköstler und Selbstversorger aus seinem Garten. Christoph, 43, war auch schon auf der letzten Radtour nach Spanien dabei (siehe Rückblick 2006) - mit einem alten Fahrrad, das nur 2 Gänge hat, und mit Unmengen an Gepäck - und so radelt er auch jetzt mit! Allerdings nur einige Tage. Wetter: regnerisch, am Nachmittag wirds besser. Die Strecke: Lorch und dann immer an der östlichen Rheinseite, wir schlafen in einem Wald hinter Rheinstetten.
07.10. 70 km weiter an der Ostseite vom Rhein. Übernachtung in Rheinaue zwischen Mainz und Ginsheim, für mich ein sehr schöner Platz unter einer Pappel ohne Tarp. Das Wetter ist trocken. Teilweise mussten wir Autolärm ertragen; vielleicht wäre die andere Rheinseite besser gewesen, wenn auch holpriger, wie uns ein Radfahrer berichtet.
08.10. 65 km bis zu einem See bei Phillipsburg. Das AKW in Sichtweite, dazu etwas Autolärm - doch wir wollen noch im Hellen unsere Schlafplätze herrichten, und ein besserer Platz scheint nicht in der Nähe.
09.10. 62 km heute übernehme ich die Karte; bisher machte das Christoph. Wir fahren weiter die Rheinroute, die schlecht beschildert ist. Bei Hochstetten kommen wir ab vom Rhein, fahren längere Zeit durch den Schlosswald, Mittagspause in Karlsruhe,Übernachtung im Hardtwald südlich von Karlsruhe.
10.10. 79 km bis ungefähr Neumühl. Morgens Abschied von Christoph, er fährt mit dem Rad und Zug nach Hause in Wolfsburg.
11.10. 68 km bis etwa Herbolzheim. Herrmanns und mein Rad haben Plattfuß .
12.10. 65 km bis etwa Umkirch.
13.10. 88 km bis mehrere Dörfer hinter Mulhouse am Rhein-Rhone-Kanal.
14.10. 109 km bis hinter Roche les Clerval an der Doubs. Da es immer den markierten Radfernweg(s.u.) entlang geht und relativ wenig Essen zu sameln gibt, kommen wir mehr voran.
15.10. 104 km bis hinter Parcey (Foret de Rahon). Ab 20 Uhr starker Dauerregen.
16.10. 26 km bis vor Authumes. Herrmanns Sachen sind von der letzten Regennacht total durchnässt; sein Zelt ist nicht regendicht, was er unterschätzt hat. Ein wenig gelingt es, seinen Schlafsack im Wind zu trocknen. Wir legen uns in einer Scheune schlafen.
17.10. 87 km bis hinter St. Alban. Bei Tournus erreichen wir den Fluss Saone. In der Stadt kaufen wir u.a. im baumarkt eine Plastikplane, damit Herrmann nachts trocken bleibt.
18.10. 92 km Nievroz (nordöstlich von Lyon). Kälteste Nacht, morgens stellenweise Bodenfrost.
19.10. 100 km bis hinter St. Pierre de Boeuf.
20.10. 76 km bis hinter Charmes an der Westseite der Rhone.
21.10. 69 km bis hinter Montelimar. Ab 15 Uhr Dauerregen, den wir mit Internetarbeit überbrücken. Wir schlafen in einer großen Scheune auf Heuballen.
22.10. 90 km bis hinter Rochefort du Gard bei starkem Nordwind mit Regenschauern. Abends steigert sich der Wind zu einem starken Sturm; wir schlafen beengt in einer alten Hütte auf einer Weinplantage.
23.10. 86 km bis hinter Mudaison (südlich an Nimes vorbei).
24.10. 76 km bis hinter Poussan. (Vormittags erreichen wir bei Montpellier das Mittelmeer.)
25.10. 86 km bis hinter Fluery d'Aude (südlich an Beziers vorbei).
26.10. 106 km bis hinter St. Nazaire vor Alenya (östlich an Perpignan vorbei).
27.10. 89 km bis hinter Pedret i Marza. Überschreiten der Grenze nach Spanien.
28.10. 63 km bis hinter Palafrugell. Mittags, wir sind in Torroella de Montgrí, östlich von Girona. Seit heute früh regnet es leicht, davor hatten wir mehrere Tage Sonne. Herrmann sehnt sich schon wieder nach der nächsten Sonnenperiode...
29.10. 31 km bis hinter Felieux de Guixois. Guter Schlafplatz in einem abgelegenen Tal.
30.10. 0 km; wir machen eine Wanderung in den Bergen. Beim Rückweg wollen die Wege nicht so wie wir es wollen; wir schlagen uns mehrmals durch Büsche mit Dornen. Ich danke Herrmann für die Geduld...
31.10. 75 km bis Mataro Stadtrand.
01.11. 64 km bis hinter Castelldelfels (durch Barcelona).
02.11. 41 km bis hinter Vilanova i la Geltru.
03.11. 66 km bis Cambrils (durch Tarragona). Mittags, wir sind in Calafell zwischen Barcelona und Taragoona. In den letzten Tagen gabs häufig Regen, daher schalteten wir auf einen Gang langsamer... Jetzt scheint endlich wieder die Sonne.
04.11. 73 km bis hinter Ampolla vor Amposta / Fluss Ebro.
05.11. 70 km bis hinter Peniscola. Zwischen Peniscola und Alcossebre ist die wohl schwierigste Strecke mit stqarken Anstiegen auf Schotterwegen, dafür eine schöne einsame naturbelassene Landschaft. Guter Schlafplatz unter großen Kieferbäumen.
06.11. 89 km hinter Burriana (durch Castellon de la Plana).
07.11. 67 km bis hinter Massamagrell.
08.11. 95 km bis Piles (morgens durch Valencia). Anwohner beobachten uns am Schlafplatz in einer verlassenen Orangenplantage, sind verängstigt und rufen die Polizei an. Die Polizei nimmt unsere Personalien auf und ist freundlich.
09.11. 93 km bis vor Benidorm.
10.11. 71 km bis vor Elche (Elx) (durch Alicante).
11.11. 66 km bis San Miguel de Salinas.
12.11. 75 km bis vor Fuente Alamo (südlich von Murcia). Mittags, wir sind in San Pedro del Pinatar, zwischen Murcia und Cartagena am Meer. Das Wetter: viel Sonne, es wird wärmer. Meine Prognose: Am 20.11. kommen wir in Nerja an!?
13.11. 78 km hinter Lorca.
14.11. 92 km bis hinter Carboneras.
15.11. 93 km bis hinter Aguadulce (durch Almeria).
16.11. 64 km bis hinter Adra.
17.11. 60 km bis vor Motril.
18.11. 37 km bis hinter Almunecar.
19.11. 25 km bis zum Ziel: die Cala Chica vor Nerja!
Die Strecke: Im Groben wiederholen wir die Route, die ich schon 2006 gefahren bin. Am Rhein und benutzen wir die Rhein-Radroute, am Rhein-Rhone-Kanal bis Villars s. George den Europa-Veloroute 6 (die sehr gut ausgebaut ist - überwiegend asphaltierte Radwege fernab von Autostraßen; vor allem in den Städten fehlt aber teilweise die Beschilderung),dann (am 15.10.) fahren wir durch den großen Wald "Dom de Chaux", in dem es auf asphaltierten Wegen etwas auf und ab geht, jedoch erträglich. Über die Dörfer fahren wir dann nach Tournus, an der Saone, östlich an Lyon vorbei, an der Rhone und ab Montpellier am Mittelmeer. Obwohl wir stets kleine Straßen bevorzugen, gibt es doch öfter mal starken Autoverkehr, vor allem in Spanien. Daher überlege ich, nächstes Mal nach einer anderen Route zu suchen.
Das Wetter: Wir hatten (fast) alles was die Jahreszeit hergeben kann: Dauerregen, starke Schauer, Sturm von hinten wie auch von vorne, aber auch viel Sonnenschein. Rückblickend für mich perfekt - das Gefühl, auch durch so manche Unwetter gefahren zu sein, möchte ich nicht missen!
Die Räder: Über Chrictophs Rad habe ich mich schon oben ausgelassen (siehe 06.10.). Hermannn hat ein gutes Mountainbike, ich ein Herrenrad mit 3 Gängen, das ich in Deutschland gebraucht für 35 € kaufte. Bei wenig Gepäck finde ich es durchaus ausreichend!
Die Ausrüstung: Mein Regenponcho-Tarp (siehe Ausrüstung) hat sich wieder bewährt; tags wie auch nachts hält es mich trocken, ich spare Gewicht (kein Zelt!), habe auch nachts frische Luft und fühle mich der natur näher als in einem Zelt. Herrmann möchte dagegen sein Zelt nicht missen, weil es nachts ihn vor Wind und Kälte schützt. Ein Regenponcho-Tarp will er sich aber dennoch kaufen, allein weil es tagsüber perfekt vor Regen schützt!
Das Essen: Herrmann hat auf der ganzen Tour nur biologischen Buchweizen eingekauft, alles andere hat er in der natur gesammelt: Früchte, Kräuter, Nüsse, und ab und zu Wasser aus Quellen oder Bächen. Ich habe ab der französischen Grenze mit wenigen Ausnahmen (Gemüse im Bioladen, Mineralwasser) mitgzogen und ebenfalls nur Buchweizen eingekauft. Beide aßen wir etwa 125 Gramm Buchweizen morgens (über Nacht eingeweicht) - Kosten etwa 50 Cent pro Tag und Person. Wo gibts sonst so günstigen, dazu naturnahen Urlaub mit Fitnessprogramm?! Wir fanden Wildkräuter (ich erwähne sie zuerst, weil sie in der Rohkostszene meiner Meinung nach zumeist zu wenig gegessen werden) fast immer genug; sicherheitshalber sammelte ich ab Südfrankreich oft aber auf Vorrat. In Deutschland fanden wir dazu hauptsächlich Hagebutten (Herrmann hat meine Liebe zu ihnen übernommen; wir essen sie wenn sie weich sind; die Kerne schlucken wir runter) Äpfel, Birnen, Feigen (Süddeutschland), Walnüsse. In Frankreich zeigten sich uns die Früchte zunächst, am Rhein-Rhone-Kanal, etwas seltener; Hagebutten gab es dort an einer Stelle, bald kamen gelegentlich Walnüsse und Weintrauben, ab Villars s. George ging es mit den Feigen los, die bald massenhaft uns anlächelten. In Südfrankreich gab es jahreszeitbedingt seltener Feigen, dafür mehr Trauben, orange Osterei-förmige Früchte an Kletterpflanzen (Maracuja?), Mandeln, manchmal Kakis, einmal Kiwis. Kurz vor Motril in Südspanien kamen dann Cherimoyas und Avokados hinzu. Wir sammelten die Früchte vom Boden auf oder ernteten nach der Ernte. Es fanden sich immer wieder Plantagen, die verlassen erschienen oder einen naturnahen, ungespritzten Eindruck machten. Doch muss ich zugeben, dass wir manchmal aufgrund unserer Gier auch gespritztes Obst aßen. Manchmal fanden wir auch Gemüse auf abgeernteten Feldern oder Gärten. An Ölfrüchten hatten wir Walnüsse (die gab es nur bis etwa Tournus, doch hatten wir Vorräte, die bis zum Ziel reichten) und ab Südfrankreich Mandeln, getrocknete Oliven und Wildsamen (z.B. Brennessel). Pinienkerne fanden wir nur vereinzelt (wahrscheinlich jahreszeitbedingt).
Die Gesundheit: Herrmann hat sich in den kalten Tagen eine leichte Erkältung geholt und fühlt sich am Ende der Tour psychisch nicht gut da wir nach seinem Geschmack zu wenig vorankommen und das erreichen des Zieles sich hinzieht, ansonsten fühlen wir uns prima.
Das Zwischenmenschliche: Die Anstrengung ist sicherlich auch eine Herausforderung für die Nerven; vor allem wegen der Streckenwahl kommt es manchmal zu heftigen Diskussionen (ich bestehe auf kleine Wege!). Doch es renkt sich jedesmal bald wieder ein; insgesamt kommen wir gut miteinander zurecht.

 

Wanderung - Südspanien

Karte der Wanderung

Zeichnung: Wanderer01.12. - 09.12.2008  ★  Zu Anfang zu dritt, später zu zweit, wanderten wir eine teilweise anspruchsvolle Strecke in Südspanien, zwischen Malaga und Almeria. Die Angaben in hellblauer Schrift (Bild rechts) beziehen sich auf die Übernachtungsplätze.
01.12. David, Andre und ich starten gegen Mittag an der "Cala Chica" am Mittelmeer bei Nerja. In Nerja sehen wir von Weitem das Hauptziel der Wanderung, den 2068 m hohen Berg "La Maroma": Er hat eine grosse weisse Haube aus Schnee! Grund ist das kühle niederschlagsreiche Wetter der letzten Tage, doch die Wettervorhersage hat Wetterbesserung prophezeit, und die Sonne scheint... Wir wandern am Strand (kurzzeitig müssen wir auch auf die Autostrasse) bis Torrox Costa. Dort entdecken wir eine Höhle, die sich wunderbar zum Übernachten eignet, mit Blick aufs Mittelmeer.
02.12. Weiter gehts an der Küste bis Algarrobo Costa. Dort entschliessen wir uns, die grosse Stadt Velez-Malaga zu meiden und am Rio Algarrobo hochzuwandern. Als es schon dunkel ist, finden wir einen guten Schlafplatz unter Avokadobäumen.
03.12. Da der (freundliche) Eigentümer auf der Plantage arbeiten will, brechen wir heute früher und ohne Frühstück auf. Zunächst im Tal, später auf einem kleinen Höhenweg, wandern wir bis Competa. Es ist Regen vorhergesagt, und David hat nicht ausreichend Regenschutz dabei, daher übernachten wir in einem Rohbau. Ich habe Schmerzen im Auge, da mir beim Kaktusfeigen-Ernten mit dem Wind so ein tückischer kleiner Stachel ins Auge flog.
04.12. Morgens verabschiedet sich David; er ist nicht ausreichend für die Berge augerüstet. Er geht eine einfachere Strecke zurück nach Nerja. Vor Sedella entdecken wir eine sehr empfehlenswerte Abkürzung. Zu zweit wandern wir bis zu einem Olivenbaum, unter dem wir uns schlafen legen.
05.12. Immernoch sehen wir auf dem Maroma viel Schnee - da wir beide nur Sandalen haben, keine guten Aussichten! Dennoch wollen wir den Aufstieg versuchen und notfalls umdrehen. Die Wettervorhersage sieht für morgen eher gut aus... Bis hierher finden wir reichlich Früchte und Kräuter zu essen (in Plantagen lesen wir sie nur vom Boden auf), und wir bevorraten uns für die Berge. Um schneller voranzukommen, ziehe ich meine Sandalen an; bisher bin ich stets barfuss gelaufen. Auf halber Höhe finden wir einen einigermassen geschützten Schlafplatz unter einem Kiefernbaum. Bald fängt es an zu nieseln; gut dass wir unsere Tarps sorgfältig augebaut haben!
06.12. Die Wolken sind weg, die Sonne geht auf, recht früh starten wir den Weg nach oben. Wir haben gewaltig Glück: Der Schnee ist weitgehend abgetaut, die Sonne scheint, und es ist fast windstill! So kommen wir problemlos auf die 2068 m Höhe. Da oben treffen wir etliche spanische Wanderer. Nach einer "Spitzenmahlzeit" gehen wir weiter auf dem Kamm. Jetzt müssen wir durch kleine übriggebliebene Schneefelder. Ich ziehe dafür meine Sandalen aus; es ist durchaus möglich, barfuss im Schnee zu wandern! Wir sacken jedoch teilweise bis zum Knie in den Schnee ein; gut dass so wenig Schnee liegt! Bald kommen wir in Wolken, oft können wir nur einige m weit sehen. Trotz Kompass kommen wir vom Hauptkamm ab und geraten auf einen höheren Seitenkamm - ohne es zu wissen. Wir wähnen uns an der Südseite vom Hauptkamm, gehen abwärts (Vorsicht, es gibt hier kaum Pfade!) und geraten in ein schönes, völlig abgelegenes Tal mit fliessendem Wasser und schlagen auf einer Grasfläche unsere Nachtlager auf. Hier sind wir unterhalb der Wolken. Mit dem Kompass stellen wir fest, dass das Wasser hauptsächlich in Richtung Norden fliesst und kapieren endlich: Wir sind an der falschen Seite vom Hauptkamm!
07.12. Wir gehen wieder hoch in Richtung Süden; es gibt Pfade, und der Hauptkamm ist hier nicht so hoch. Oben entdecken wir einen Fahrweg auf dem Kamm. Ein Auto kommt vorbei; wir halten es an und fragen nach dem Weg nach Frigiliana. Sie geben gute Tipps; es sind Wanderer. Teilweise wählen wir "Abkürzungen", die eigentlich keine sind (meine Spezialität;)), dafür ist der Weg abwechselungsreich. Am Rio Torrox im Flussbett, später auf halber Höhe, gehen wir einen ausgeschilderten Wanderweg, bis wir auf einen Fahrweg treffen, der sich entlang des Flusses schlängelt. Bei einer Ruine bauen wir unsere Tarps auf. Nachts fängt es an zu regnen.
08.12. Dauerregen. 10 Uhr, Andre hat keine Lust, länger zu warten, wir brechen auf. Tarpabbau bei Regen - es empfiehlt sich, sorgfältig vorzugehen! Es gelingt Andre nicht so gut, seine Sachen werden etwas nass. Dazu ist etwas Fasten angesagt: Unsere Essensvorräte sind komplett aufgebraucht. Mittags kommen wir an die ersten Häuser von Frigiliana - und finden gleich wunderbare grosse Kaktusfeigen! Bald kommen reife Zitrusfrüchte, Cherimoyas und Avokados dazu. Unterhalb von Frigiliana weiss ich eine grosse Höhle, in der wir uns schon am frühen Nachmittag niederlassen und die nassen Sachen aufhängen.
09.12. Zunächst Strasse, dann im Flussbett vom Rio Higueron, wandern wir nach Nerja und kommen nachmittags an. Insgesamt war es für uns beide eine wunderbare, erlebnisreiche Tour. Ich möchte irgendwann im Frühjahr oder Sommer (dann ist es wärmer und trockener) eine ähnliche Route gehen. Bis heute habe ich noch keine Landkarte gefunden, in der auch nur annähernd alle Fahrwege und Wanderpfade in den Bergen eingezeichnet sind.
Doch das fördert gerade meinen Entdeckergeist...

Wildblumenstrauss: Kapuzzinerkresse, Sauerklee und Wicke