Warum Rohkost?

Alle Tiere essen ihre Nahrung roh - warum nicht auch wir Menschen?

 

Was ist Rohkost?

Rohkost ist nicht erhitzte Nahrung - schon klar. Doch wo ist die Tempe­ratur­gren­ze? Schau­­en wir auf unseren Kör­per: Bei Fie­ber erhöht sich unse­re Kör­per­tempe­ra­­tur, um Krank­heits­erre­ger leichter be­käm­pfen zu können; jedoch kommen wir nicht auf mehr als 42 Grad, weil sonst die Pro­teine in uns dena­turieren (Quelle) und wir sterben würden. Ebenso sollte unser Essen nicht mehr als 42 Grad be­kom­men, denn es enthält eben­falls Pro­teine und Enzyme. Vital­stoffe verän­dern sich, und es entste­hen neue Stoffe, die uns schaden. Es macht also Sinn, Roh­kost an dieser Tem­pera­tur­grenze zu bemes­sen.

Es gibt viele Formen der Rohkost:

  • Vegane Rohkost ist pflanzliche Rohkost, also Wildpflanzen, Obst, Gemüse, Samen, aber keine Tierprodukte wie Milch, Eier und Fleisch.
  • Vegetarische Rohkost enthält auch rohe Milch und rohe Eier, aber kein Fleisch und Fisch.
  • Omnivore Rohkost bedeutet sowohl pflanzliche Rohkost als auch rohe Tierprodukte inclusive rohes Fleisch.

Der Begriff "roh" bedeutet manchmal auch "unfertig" oder so­gar "ge­walt­bereit". Daher wird die Rohkost auch "Urkost" (Franz Konz), "Frischkost", "lebendige Kost", "Sonnenkost" (Helmut Wandmaker) und "Vitalkost" genannt. Zu den verschiedenen Rohkost-Richtungen unten mehr (Die Rohkostszene). Als voll­kom­men­ste Roh­kost be­trach­te ich Wild­pflan­zen, die wir selbst in abgele­gener Natur sam­meln und frisch essen: Früchte, Blüten, Stängel, Blätter, Wurzeln, Samen, Pilze, Moose, Algen...

 

 

Am Rande...

Wenn Früchte am oder unter dem Baum in der Sonne trocknen, entste­hen auch oft mehr als 42 Grad, sind aber doch reine Natur­pro­dukte und wurden nicht vom Men­schen verändert... Diese ver­schmä­hen wir also nicht unbe­dingt auf unse­ren Veran­staltun­gen. Ich denke, derart geringe Hitze­einwir­kungen vertra­gen wir ohne Schaden. Auch kaufen wir Bio-Sonnen­blumen­kerne, -Sesam, -Buch­weizen, -Linsen u. a., obwohl sie angeb­lich (ich suche Belege!) alle kurz­zeitig auf 70 Grad erhitzt wurden. Sie sind immer­hin noch keim­fähig; die 70 Grad gelan­gen offen­bar nur an die Rand­schichten der Samen und nicht ins Innnere. Wir können die Samen aber auch von Versand­firmen (z. B. ORKOS) kaufen, die sie ganz ohne Wärme­behand­lung verkau­fen, und angeb­lich sind sie noch besser keim­fähig (was wir mal prüfen könn­ten). Sie sind jedoch in der Regel deut­lich teurer und auch mit mehr Trans­portauf­wand verbun­den.

Keine Rohkost sind: Sojasoße, Ma­yo­nai­se, gekauf­te Hafer­flocken (Be­hand­lung mit heißem Dampf), gerö­stete Nüsse, gerö­steter Kakao, Nuss­mus aus gerö­steten Nüssen usw. Rösten bedeu­tet Hitze­behand­lung mit über 200 Grad! Bei Trocken­früchten bitte darauf achten, dass sie keine Chemie­zusätze haben; mög­lichst nur Bio-Produkte mitbringen.

 

Tiere und Tierprodukte

Zumin­dest kleine Tiere wie Käfer, Würmer und Insek­ten gibt es reich­lich in der Natur zu finden, und einige von ihnen schmecken auch gut. Auch können wir ab und zu Eier von wilden Vögeln finden; Milch von wilden Tieren jedoch nicht. Doch liegt es wirk­lich in der Natur der Men­schen Tiere zu töten und zu essen, oder haben wir davor eine ange­borere Ab­scheu? Dies ist in der Rohkost­szene sehr um­stritten. Bei den Diskus­sionen kommt es leider auch zu Beleidi­gungen - auf beiden Seiten.

Lasst uns Anders­denken­den mit Achtung begeg­nen; lasst uns daran denken, recht­zeitig und haupt­säch­lich die Gemein­sam­keiten im Denken, Fühlen und Handeln zu sehen! Ich em­pfehle also: Wenn jemand sich anders ernährt, können wir wohl mal die unter­schied­lichen Meinun­gen und Gefühle austau­schen, doch dann beach­ten wir bitte auch das Positive, unsere Gemein­sam­keiten im alter­nativen Leben! Siehe auch: Tiere essen? Das Essen auf unseren Veran­staltun­gen ist vegan, also rein pflanz­lich.

 

Einführung in die Rohkostszene

Die heutige Rohkost­szene besteht aus vielen ver­schiede­nen Richtungen. Ich versuche, die größten zu benennen:

  • Urkost nach Franz Konz ("Der große Gesund­heits-Konz"): vegan, betont neben der Früchte­rohkost wilde Kräuter und Wildge­müse - z. B. Löwen­zahn, Ampfer, Brenn­nessel usw.
  • Sonnenkost nach Helmut Wand­maker ("Willst du gesund sein? Vergiß den Kochtopf!" u. a.): vege­tarisch mit Beto­nung des Verzehrs von Früchten.
  • Instinctotherapie nach Guy-Claude Burger ("Die Roh­kostthe­rapie"): vege­tarisch oder nicht-vege­tarisch möglich. Es wird– dem Instinkt folgend – alles geges­sen, was im Natur­zustand gut riecht und schmeckt. Die Nahrung wird nicht gemischt, alle ursprüng­lichen, nicht verar­beite­ten Nah­rungs­mittel sind erlaubt.
  • Fit for Life nach Harvey und Marilyn Dia­mond: größ­ten­teils vegan, fast aus­schließ­lich Rohkost. Als Getränke zulässig sind nur destil­liertes Wasser und frisch ge­press­ter Oran­gensaft.
  • Bioklimatische Ernährung nach Jean Hunt­ziger: Nicht zu viel Obst, fast vegan, regional ange­passt
  • Methusalem-Ernährung nach Henning Müller-Burzler
  • Lichtkost nach Fritz-Albert Popp: vegeta­risch, mit dem Schwer­punkt auf Sprossen, rohem Gemüse, Getreide, Nüssen und Rohmilch. (Quelle)
  • Sonnendiät nach David Wolfe
  • Primal Diet nach Aajonus Vonder­planitz: nicht-vege­tarisch mit stark redu­zierter Aufnahme von Kohlen­hydraten und Betonung des Verzehrs von Fleisch, Fett, frisch gepressten Gemüse­säften, Rohmilch und Rohmilch­pro­dukten.
  • Heilnahrung nach Michael Delias: Gemüse, Obst, Nüsse
  • Wild-Rohkost nach Walter Schaube und Sven Rohark: mög­lichst nur wilde Früchte, even­tuell auch wilde Kräuter, wilde Pilze usw.
  • 80/10/10 nach Dr. Douglas Graham: vegan, wenig Fett

Weitere Links siehe ganz unten auf dieser Seite.

Falls ihr dies eher verwir­rend als ermuti­gend em­pfindet, klickt auf: Meine Meinung: welche Richtung?

 

Gott und der Natur vertrauen

Ich kann und will nicht die Rohkost-Ernäh­rung wissen­schaft­lich begrün­den, mit Vita­minen, Mine­ralien, Enzymen, Photo­nen, mit Gift­stoffen, mit Wechsel­wirkun­gen... ja, ich halte es für schädlich, sich damit zu be­schäfti­gen! Denn dies würde unser Ver­trauen in die Natur und in uns selbst unter­graben. Es er­scheint mir am besten, wenn wir unsere Lebens­weise nach unse­rem eigenen ge­sunden Men­schen­ver­stand, nach unseren Erfah­rungen und nach unserer Intuition aus­richten. Dann werden wir von selbst bald in allen Lebens­berei­chen so natürlich wie möglich leben wollen. Wir kommen aus der Natur, und wir sind immer noch nicht dem Leben in der Zivili­sation ange­passt. Dies zeigen uns die vielen Zivili­sations­krank­heiten. Wenn wir die Rohkost auspro­bieren, merken wir bald, dass es uns mit ihr besser geht. Es ist wichtig dass wir uns dieses Wohlergehen immer wieder bewusst machen - und den Unterschied erkennen: Wildkräuter und Wildfrüchte bringen uns eine tiefe Befriedigung, Süßigkeiten dagegen nur einen scheinbaren Genuss für kurze Zeit! Die Vorteile einer Rohkost-Diät sind m. E. unbe­streitbar, weil durch viele Heilungs­berichte belegt. Schwie­riger ist die Frage einer lang­fristigen Rohkost-Ernäh­rung; dazu unten mehr.

Auch in anderen Berei­chen sind wir einer einfachen, natür­lichen Lebens­weise ange­passt. Gerne wie die Affen im tropi­schen Urwald, ohne Sorge ums Geld, um Aner­ken­nung am Arbeits­platz, ohne Versu­chung nach Schoko­lade... Anderer­seits sind wir dort nicht aufge­wachsen, unsere Heimat ist hier, und so suchen wir einen Kompro­missweg. Doch dafür brauchen wir keine wissen­schaftli­chen Erkennt­nisse. Die bleiben ohnehin stets unvoll­kommen; die Mensch­heit wird niemals die kompli­zierten Vorgänge der Natur auch nur halb­wegs vollstän­dig durch­leuchten. Wir brauchen vielmehr die Erkennt­nisse und Fähig­keiten, die in uns selbst stecken. Wenn wir ihnen ver­trauen, stärken wir auch unser Ver­trauen in unsere Selbst­heilungs­kräfte.

 

Unser Konsens

Bei den Veranstaltungen haben wir uns (zumindest für gemeinsame Mahl­zei­ten) bisher auf drei Nenner geeinigt: roh, vegan und (weitge­hend) bio. Und wir bevor­zugen (nach Rain­bow-Art) Le­bens­mittel aus der näheren Umge­bung; Im­port­ware kommt nur wenig auf den Tisch. Du kannst selbst entschei­den, wann du was wie essen willst, ob du alles unge­mischt isst oder Salate machst, ob du Salz nimmst (was viele Rohkost­leute ablehnen) usw. Denn bei den gemein­samen Mahl­zei­ten kannst du dir das Essen auswählen und nach deinem Ge­schmack zube­reiten, und auch zwischen diesen Mahlzei­ten findest du in unserer Küche einiges zu essen. Unsere Veranstaltungen möchten es uns somit leichter machen auszuprobieren, einige Zeit allein von Rohkost zu leben. Dies fällt uns meistens leichter, wenn wir keine Kochkost zu Gesicht bekommen.

 

 

Kurzfristige Wirkung

Durchaus viele Rohköstler (aus allen Rich­tungen) waren früher krank und haben sich mit Rohkost geheilt. Sogar Krank­heiten, die in der Schulme­dizin als von Natur aus unheil­bar gelten, sind mit Rohkost zurückge­gangen! Es gibt Heilungen von Krebs, Allergien, Rheuma... Und bei unseren Veran­staltun­gen haben wir die Chance, Geheilte kennen­zuler­nen. Doch am besten pro­bieren wir die Wirkung der Rohkost gleich am eigenen Leibe aus! Mögli­cher­weise werdet ihr euch zu Beginn nicht gleich besser oder sogar schlechter fühlen, weil ihr euch zu­nächst entgiften und auf die neue Ernäh­rungs­weise um­stellen müsst. Daher hilft das Fasten; siehe Fasten-Tipps.

Irgendwann stellen wir dann erstaunt fest, dass eine gute Ernäh­rung sogar klare Gedanken und ange­nehme Gefühle macht! Körper, Geist und Seele sind eine Einheit und stehen in Wechsel­wirkung.

 

Langfristige Auswirkungen

Natürlich leben wir am gesün­desten, wenn wir eine Form der hei­lenden Rohkost finden, die wir auf Dauer beizu­behalten schaffen. Nach längerer konse­quenter Roh­kost­ernäh­rung kommt es jedoch manch­mal zu Mangel­er­schei­nungen oder Krank­heiten. Dazu (aus meiner persön­lichen Sicht) folgende Empfeh­lungen:

  • Essen wir viele Wildkräuter und wenig gezüch­tetes Obst!
  • Machen wir unsere Ernährungs­form nicht zur Ideo­logie, sondern halten wir die Augen offen, hören auf unseren Körper und unsere Intuition und probieren aus, welche Form der Rohkost uns gut tut!
  • Probieren wir auch, welche Form der gesunden Ernäh­rung wir beizu­behalten schaffen! Manch­mal helfen kleine Kompro­misse (Rohkost­gerichte, rohes Getreide, vielleicht auch ge­kochte Hülsen­früchte oder gekoch­tes Gemüse ohne Salz), größere Ausfälle ("Fress­attacken") zu vermeivden.
  • Ebenso wichtig wie die Ernäh­rung sind Bewe­gung, beste­hend aus Kraft­training (Muskel­aufbau), Ausdau­ertrai­ning (z. B. Dauer­lauf) und Beweg­lichkeits­übungen (z. B. viele Yoga­übungen).
  • Für viele Menschen ist es sicher­lich ratsam, die berufliche Arbeit einzu­schrän­ken und dafür einen Garten zu pachten und weit­gehend im und vom Garten zu leben.
  • Achten wir Mutter Erde! Das bedeutet auch, Bio-Essen nicht abzu­wa­schen; die Reste der Erde tun uns gut! Und kein Hände­waschen nach der Garten­arbeit; die Reste der Erde an unseren Händen sorgen für unsere Verbin­dung zu Mutter Erde! (Nun doch mal zwei Stich­punkte aus der Wissen­schaft: positive Aus­wirkun­gen auf die Vitamin B12-Versor­gung, Stimu­lierung des Immun­systems)
  • Auch frische Luft, wenig Schad­stoff­belastung (Hautcreme, Kleidung...), Sonne, einfaches Leben und ausrei­chend Schlaf brauchen wir - und Liebe und Gebor­genheit. Falls dies alles ein biss­chen viel für den Alltag und ganz alleine erscheint - willkom­men bei unseren Veran­staltun­gen...

 

Foto: Rohkost am Meer

Links

Rohkost-Seiten in Deutsch:

 

Rohkost-Seiten in Französisch:

http://cedricia.ning.com

 

Rohkost-Seiten in Englisch:

 

 


Von Tieren angefressene Avocados!? Krankheitserreger fördern unsere Gesundheit!
Vertrauen wir unseren inneren natürlichen Kräften...

Rohkost sieht auch viel schöner aus als das andere Essen!
Und irgendwie geht die Schönheit auch auf die Menschen über, die sie essen...
Essenskreis beim Rohkost Gathering 2007, Südspanien

 

 

 

 

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Stand: 14.11.2015