Was ist Rainbow?

"Eine Mischung aus Festival und Landkommune auf Zeit" und: "aufgrund der Abwesenheit jedweder Hierarchie […] ein Beispiel für Selbstorganisation […]" (Wikipedia)

Vorbemerkung

Vor einigen Jahren nannte ich unsere Rohkost Gatherings noch "Rohkost Rainbow Gatherings". Doch es gibt einige Einwände gegen die Bezeich­nung "Rainbow": Eine Roh­köst­lerin argumentierte im Frühjahr 2009, dass viele Hippies glauben, sie könnten auf einem Gathering machen was sie wollen, wenn sie das Wort "Rainbow" hören. Daher wäre es z. B. schwieriger durch­zu­setzen, dass auf einem Gathering nicht geraucht würde, wenn es den Namen "Rainbow" trage.

Ein paar Wochen später sprach ich auf der anderen Seite einen Hippie im Beneficio, und er bestä­tigte diese Ansicht: Rohkost und Rainbow seien ein Wider­spruch in sich; ein Rainbow Gathering müsse total frei sein, weil alle Farben des Regen­bogens will­kom­men seien. Die Healing Gatherings seien für ihn auch keine Rainbows (bei den Healing Gatherings ist tradi­tionell das Rauchen uner­wünscht, auch wird norma­ler­weise kein Zucker, Weißmehl, Kaffee u.a. verwendet). Daher nenne ich unsere Veran­stal­tungen nicht mehr "Rainbow". Den­noch sind es für mich durch­aus Rainbow-Veran­stal­ tungen. Denn bei uns sind sehr wohl alle Farben des Regen­bogens will­kom­men; wir laden sie ja nur ein, unseren spezi­ellen Hei­lungs­weg gemein­sam aus­zu­probieren.

Ich versuche nun, jenen zu helfen, die zu einem Rohkost Gathering kommen möchten und von Rainbow (fast) noch nichts wissen. Text­ stellen, die nicht als Zitate gekenn­zeichnet sind (siehe Quellen), stam­men von mir (oder wurden von mir bear­beitet) und reprä­sen­tieren nicht unbe­dingt die Meinung der gesamten Rainbow-Bewe­gung.

 

Urprung: Colorado 1972

"Das erste Rainbow-Gathering (im india­nischen Kontext die Zusam­men­kunft meh­rerer Stämme) datiert jedoch aus dem Jahr 1972. Damals rief eine Handvoll Men­schen mit einem Plakat die Mit­glieder der ameri­kanischen Gegen­kultur dazu auf, sich für einige Tage in einem Tal bei Aspen (Colorado) zu ver­sam­meln. Man wollte von­ein­ander lernen und mit­ein­ander wachsen, beson­ders aber wollte man in den Zeiten des Vietnam- Krieges gemein­sam für den Frieden beten. Es sollte keine Neu­auflage der seit Woodstock oder Monterey etablierten Pop-Festivals werden, sondern eher eine Rats­sitzung der verschie­denen sozialen, ökolo­gischen und spiritu­ellen Bewe­gungen, wie den Bürger­rechtlern, den Friedens­gruppen und revolu­tionären Stu­ denten, der gerade erwachten Natur­kost- und Umwelt­schutz­bewe­gung (auch die Wurzeln von Green­peace liegen hier), den New-Age-Anhän­gern oder den inzwi­schen weit­verbrei­teten Land­kom­munen. Grund­sätzlich wurden alle "friedli­chen und acht­samen" Menschen einge­laden, und unter den Zigtau­senden, die sich schließ­lich einfan­den, war auch eine Dele­gation ameri­kanischer Urein­wohner sowie eine große Anzahl Asien­reisen­der, die vor allem in Indien einen neuen Zu­gang zu spiri­tuellen Themen gefun­den hatten.

Diese Ein­flüsse haben bis zu den heu­tigen Rainbow-Camps deut­lichen Ein­druck hinter­lassen: Viele Prin­zipien des Zusam­men­lebens, wie etwa der Talking-Circle mit dem Talking-Stick als Diskus­ sions­forum wurden von den nord­ameri­kani­schen India­nern über­nommen, ebenso wie deren Tipi-Zelte und manche ihrer Lieder. Das erste Gathering scheint jeden­falls für alle eine kraft­volle und weg­wei­sende Erfah­rung gewe­sen zu sein." (2)

 

Allgemeines

Die Regen­bogen-Bewe­gung lebt haupt­sächlich durch ihre Treffen. Das sind zu­meist mehr­wö­chige Zelt­lager unter­schied­licher Größe, von lokelen Treffen mit wenigen Leuten bis zu den jährlich statt­finden­den Welt­rainbows mit Tau­senden von Schwestern und Brüdern.

Auf den Regen­bogen-Treffen teilen wir völlig frei und unkom­merziell unser Leben und unsere Herzen und geben der Liebe Zeit und Raum, im persön­lichen Aus­tausch, in Gruppen, auf Work­shops, bei Wan­de­ rungen... "Hier gibt es keine autori­tären Hierar­chien. Wir haben eine Stammes­anarchie, in der wir für ein­ander Sorge tragen, weil wir spüren, dass wir eine Einheit sind. Das Treffen funktioniert, weil jeder von uns die Verant­wor­tung dafür über­nimmt, das zu tun, was getan werden muss, und weil wir unser Wissen und Herz teilen.

Teil dieser Verant­wortung ist die Über­ein­kunft: Zu ver­spre­chen sanft und be­wusst mit unserer Mutter Erde umzu­gehen, uns selbst und alle leben­den Wesen zu respek­tieren und für ein­ander Sorge zu tragen. Im Umgang mitein­ander gewalt­frei zu handeln, direkt mit offenen Herzen aufein­ander zuzu­gehen. […]

Jedes Treffen, das den Namen "Regen­bogen" trägt, ist ein völlig freies, unkom­merzi­elles Ereig­nis. Die gesamte Versor­gung wird aus dem Wunder­hut bezahlt. Es gibt keinen Eintritt. Auf einem Treffen wird nichts ge- oder verkauft. Das befreit uns von recht­lichen und büro­krati­schen Belan­gen und garan­tiert uns das Verfas­sungs­recht, uns auf öffent­lichem Boden zu treffen.

Unsere Treffen stehen allen fried­lieben­den Men­schen offen, es gibt keine Mit­glied­schaft. Nie­mand wird fort­ge­schickt, außer er/sie verletzt die Verein­barung der Gewalt­ freiheit. Hierzu zählen natürlich auch Grenz­über­schrei­tungen wie verbale/ psychi­sche Gewalt, Nötigung, Beläs­ti­gung, Respekt­losigkeit usw. Anson­sten kann jeder ein Teil des Regen­bogens sein. Der Regen­bogen besteht aus allen Farben." (1)

 

Aufbaulager

Einige Tage vor Beginn des Rohkost-Gatherings treffen sich einige enga­gierte Leute, um

  • die lokale Forstver­waltung über unsere Ankunft zu infor­mieren,
  • die Wasserquelle vorzube­reiten,
  • die Küche aufzubauen
  • die erste Latrine (Shitpit) auszu­heben,
  • "den Parkplatz zu markieren,
  • den Weg zu markieren und zu säubern,
  • den Platz für den Hauptkreis ausfindig zu machen,
  • die Feuerstelle zu graben und
  • ein Schild mit "Willkommen Zuhause" anzubringen."(1)

 

Die wilde Natur

Die Regenbogen-Familie wählt für ihre Zu­sam­men­künfte üblicher­weise abge­legene Plätze in der Natur.

"Die Natur ist Gottes Kathe­drale[…], die wir auch be­wah­ren wollen. […] Flussbänke und Feucht­gebiete sind Öko­systeme. […] Moos und Farne sind äußerst sensibel. Kakteen sind ver­wund­barer als du denkst. Wir könnten durch Jagd­reviere von Tieren gehen. Bleib am Wald­boden und auf den Trocken­gebieten." Respek­tiere z.B. Ameisen­haufen. Auch Insekten sind ein Teil der Natur; benutze nie Insek­ten­gift (Damine).

"Vitamin B Zuset­zung, Zitronen und roher Knob­lauch kann vor Stichen schützen. Bringe nichts in Unord­nung[…]. Vögel könnten Ziga­retten­filter auf­lesen und daran ersticken. Glas­scher­ben sind eine Gefahr für die Füße aller Krea­turen." Hebe auch den Abfall anderer Leute auf.

"Fälle nie­mals einen leben­den Baum oder brich etwas davon ab. Ver­wende nur totes Holz. Das Ab­ziehen der Rinde von Birken verwundet sie. Wähle eine Stelle für das Schwimm­ loch und gehe nicht woan­ders ins Wasser. Lass die Biber­teiche in Ruhe. Ver­meide jeden Platz, wo sich Tier­babies auf­halten. […] Mach einige wenige Pfade und bleibe auf ihnen. […] Lege die Pfade über Erd­boden, der nach Regen hoch und trocken bleibt. Lege Trampel­pfade nur durch Gehen an und bilde Kreise durch Sitzen, statt Pflanzen extra abzu­schneiden."(1)

Und für die Reise wähle möglichst umwelt­schondende Verkehr­smittel. So wirst du dich bei Mutter Natur zu Hause fühlen.

 

Dusche, WC

Während die Zivilisations-Toiletten gifti­gen Klär­schlamm produ­zie­ren (durch Medika­mente, Koch­kost, Auf­lösung des Kots in Leitungswas­ser), wird der Inhalt der Roh­kost- Regen­bo­gen-Toilet­ten (im Ide­alfall) von Mutter Erde angenom­men und zu wertvollem Humus zer­setzt. Die Toilette be­steht aus einer selbst­gegrabe­nen läng­lichen Grube (Latrine, Shitpit), über die wir uns hocken und hineinma­chen - bitte benutze sie! Zum Po-Putzen kannst du das bereit­stehende Wasser, weiche Blätter oder auch kleine Stein­chen und trockene Erde benutzen. Wenn du Papier mitbringst, achte bitte darauf, dass es nicht mit aufkom­men­dem Wind weg­fliegen kann. Über den Kot etwas Asche oder Erde streuen und Hände waschen. Viele Roh­köst­ler/innen halten das Hände-Waschen für unsinnig (Bak­terien tun gut, Krank­heiten dienen der Ent­gif­tung), während viele Rainbows Wert darauf legen, dass es alle machen (wegen an­stecken­der Krank­heiten). Ich schlage vor, dass wir uns letzte­ren anpassen.

Als Wasch­gelegen­heit dient eine Quelle, ein Bach, Fluss oder ein See. Bitte benutze keine Chemie, auch keine che­mi­sche Sonnen­creme (statt­des­sen Aloe Vera, Avocado... oder Schatten) und keine Zahn­pasta (statt­ des­sen Asche, Natur­zahn­pasta oder nur Wasser).

 

Redekreis (Talking circle)

Wir versammeln uns in einem Kreis, um uns selbst zu führen, um lau­fende Aktivi­täten zu erfah­ren, zu erzäh­len, was unser Herz bewegt und für einan­der zu sorgen. Wenn du etwas auf dem Herzen hast und dies mit anderen teilen möch­test, kannst du zu einem Rede­kreis einladen und dies z. B. beim Essens­kreis be­kannt­geben. Rede­kreise (und auch Essens­kreise) begin­nen wir mit dem OM-Singen (s. Rainbow-ABC).

"Wir verwen­den einen Rede­stab im Kreis der dazu bei­trägt, dass jeder, der ihn in der Hand hält, die Mög­lich­keit hat, zu reden, solange wie es gefällt, ohne unter­brochen zu werden. […] Der unge­fähre Verlauf und die Themen werden am Beginn einer Ver­samm­lung fest­gelegt. Hilfreich ist auch ein(e) Bruder oder Schwester, der(die) die Aufgabe über­ nimmt, darauf zu achten, dass das Ge­sprächs­thema erhal­ten bleibt, langatmige Sprecher zu erinnern, dass noch andere sprechen wollen und zu verhindern, dass emo­tionsge­ladene Diskus­sionen und Argumen­tationen ent­stehen."(1)

Bitte rede bei den Rede­kreisen nicht mit deinen Nach­bar(inne)n, auch nicht leise. Du kannst aber den Rede­kreis (respekt­voll) ver­lassen, wenn es dir zu lang­weilig oder unan­ge­nehm wird.

 

Konsens

Zeichnung: Circle "Konsens[…] heißt zu Lösun­gen zu kom­men, die für jeder­mensch akzep­tabel sind, nicht nur für eine Mehr­heit. Also - keine demo­krati­sche Ab­stim­mung![…] Wäh­ rend des Ge­sprächs wird übli­cher­weise ein Thema ange­spro­chen, und Konsens erbeten. Wenn keine starke Ableh­nung durch jeman­den erfolgt, dann ist Konsens erreicht. Das wird "stiller Konsens" genannt; das heißt, nie­mand spricht nachdem um Konsens gefragt wurde. (Dies kann mit einem einfachem "HO" bekräf­tigt werden.)
Wenn eine Person den Konsens blockiert, indem sie ihre Beden­ken mitteilt, so wird die Diskus­sion im Kreis fortge­setzt[…] Die Kon­sens­metho­de gibt jedem Mensch die Gele­gen­heit, gehört zu werden, und in Gleich­heit beachtet zu werden. Die kleinste Minder­heit hat die Chance, das kollek­tive Be­wusst­sein zu verän­dern, wenn die Vision klarer, schärfer und reiner ist[…].
Eine Blockierung soll nicht benützt werden, um den indivi­duellen Willen über dem Willen des Kreises zu stellen. Das aus­zuarbei­ten, kann sehr lange dauern, und für die Teil­nehmer anstren­gend sein. Konsens funktio­ niert in einer Umge­bung des Ver­trau­ens, wo jeder gleich an der Ent­schei­dung gewinnt oder verliert."(1) Die Redekreise sind eine Lehr­werk­statt fürs gedul­dige Zuhören, fürs Ver­stehen, für Konzen­tration auf das Wesent­liche, fürs Achten von Minder­heiten­meinun­gen, für Vertrau­ens­bildung!

 

Fokulizer

"Die Fokulizer tun, was ihr Name bein­haltet, sie bündeln Licht­ener­gie zu einem wesent­lichen Punkt."(1) Wir vertei­len auf dem Rainbow die Orga­nisa­tion, die Arbeiten und die Aufga­ben auf mög­lichst viele Schultern. Beispiele für die Rohkost-Gatherings:

  • Berüßung: Neuankömm­linge mit respekt­vollen Umar­ mungen von Herz zu Herz begrü­ßen und sie mit dem Treffen vertraut machen, wie z.B. Ernäh­rung, Küche, keine Drogen, wie verhalten wir uns zu Mutter Erde und zum Wasser, Pinn­wand, Latrine. "Für unsere neuen Ge­schwister ist es von großem Wert den OM-Kreis schon im Will­kom­men daheim-Lager kennen zu lernen."(1)
  • Feuer-Betreuung: Zum Holz-Sammeln ani­mieren, auf die Sicher­heit des Feuers achten.
  • Wunderhut-Betreuung: Wunder­hut (Magic Hat) 1 bis 2 mal täglich beim Essens­kreis herum­geben (s. näch­sten Ab­schnitt), beim Einkauf zur Verfügung stellen, Ein­nah­men und Aus­gaben notie­ren, bei Geld­ knapp­heit den Kreis infor­mieren.
  • Küchen-Betreuung: Lebens­mittel bestellen, vor Regen und Sonne ge­schützt lagern, auch vor Ratten, Mäusen, Hunden usw. schützen. Avo­cados sepa­rat und ver­steckt lagern, reife Avo­cados aussor­tieren und zum Essens­kreis bringen, damit sie nicht zu oft "durch­ge­knetet" oder irr­tüm­lich aufge­schnitten werden, und damit genug Avo­cados beim Essens­kreis vorhan­den sind.
  • Essenseinkauf, falls es nicht gelie­fert wird: Je­mand mit einem großen Fahr­zeug.
  • Samen-Betreuung: Samen 12 bis 24 Stunden in Wasser einweichen, dann können sie bereits zum Essen angeboten werden. Sie können aber auch weiter sprießen; dazu 2 mal täglich mit Wasser spülen. Ich schlage vor bei den Essens­kreisen (Food­circels) min­destens 1 Sorte Ölfrüch­te (Sonnen­blumen­kerne, Sesam...), 1 Sorte Körner (Buch­weizen, Hirse...) und 1 Sorte Hülsen­ früchte anzu­bieten.
  • Wildkräuter-Betreuung: Zu jedem Essens­kreis Wild­ kräuter sammeln, anprei­sen und an­bie­ten.
  • Ordnungs-Betreuung: Boxen be­ schrif­ten und regen­geschützt auf­stellen: "Give away/ zu ver­schen­ken", "Lost and found/ Verlo­ren & gefun­den", "To borrow/ Zu verlei­hen", "Rubbish/ Müll". He­rumlie­gende Sachen einsor­tieren. Offene Wasser­fla­schen zuma­chen. Dafür sorgen, dass Spitz­hacke, Hacke, Säge stets an einem bestimm­ten Platz zurück­kom­men.
  • Latrinen-Betreuung: Recht­zeitig an sichtge­schütz­ten Stellen Latri­nen (Shitpits) graben, ggf. Sichtvschutz bauen, Asche und Wasser sollten stets vorhan­den sein, beschil­dern.
  • Gesundheitshilfe: Erste Hilfe bei Unfäl­len, Heil­erde geben, Fasten­be­ratung, Ernäh­rungs­be­ratung.

"Fokulizer sind nicht zu ver­ wech­seln mit den her­kömm­lichen Führer­posi­tionen in hie­rarchi­schen Syste­men. Sie stehen weder über uns, noch werden sie gewählt. Jeder, der eine Vision zu teilen, und den Wunsch zu freud­vollem Dienen verspürt, kann ein Foku­lizer sein. Wenn du etwas siehst, das getan werden sollte, nimm die Gele­gen­heit wahr, einen Dreier­kreis zum Mit­ma­chen zu bilden[…] Den Konsens zu respek­tieren und anzu­wenden ist beson­ders wichtig für den Foku­lizer. Sogar in Anbe­tracht unvoll­kom­mener Hand­lungs­weisen, Frustra­ tion und schein­bar end­losen Diskus­sionen. Lass den Kreis ent­schei­den. Men­schen lernen durch Übung und Erfah­rung."(1)

 

 

Wunderhut

"Das Regenbogen Treffen ist unent­geltlich und frei zugänglich für Jeder­mann. Mit dem fröh­lichen Herum­reichen des Wunder­huts (Magic Hat) bei Essens­kreisen, in Beglei­ tung von Musik und Gesang, wird uns allen die Mög­lich­keit gege­ben, die Geld­bedürf­nisse für unsere Versor­gung zu sam­meln. Unsere herzli­che Groß­zügig­keit ermög­licht uns allen eine gesun­de und ausrei­ chende Ernäh­rung. Die Ein­sicht in den Wunder­hut ist für jeden offen."(1)

 

Kreativität

Konservenmusik ist auf den Rainbows uner­wünscht, eige­nes Singen, Musi­zieren und Tanzen sind will­kom­men. Auf den Rainbows sind im Laufe der Jahre viele Lieder ent­stan­den, andere Lieder über­nahmen die Regen­bogen­ kinder von anderen Natur­stäm­men; z. B. singen wir oft Mantren (Bhajans) aus Indien (siehe Liedtexte). Außer­dem kannst du mit Zeich­nen, Malen, Basteln, Werken usw. das Rainbow ver­schö­nern oder Work­shops anbie­ ten.

 

Regen

Regen ist ein Teil der wunder­vollen Natur, ein Teil des Regen­bogens, wir heißen ihn will­kom­ men.

"Das sind Zeiten, wenn die Schwestern und Brüder eng beiein­ander sitzen und sehr intime Gesprä­che und schöne Zeiten haben. Baue nichts ohne dir Gedan­ken zu machen, wie das Wasser fließen wird. Bewah­re dein Hab und Gut auf Plätzen auf, die hoch liegen und trocken bleiben. Wenn du dein Lager auf­schlägst, achte auf niedri­gere Punkte und Gräben und stell dir vor, wo sich Wasser­ströme bilden werden, wenn es regnet. Stelle dein Zelt nicht an solchen Orten auf. Bilde keine Pfade in Hohl­wegen, es bilden sich Schlamm­löcher wenn tau­sende von Füßen über die Wege tanzen. Lege die Wege auf Erhe­bun­ gen."(1)

 

Haustiere

"Ein Regen­bogen­treffen ist kein guter Platz für Haus­tiere. Hunde kämpfen mit anderen Hunden, leben ihren Jagdinstinkt und töten mögli­cher­weise auch andere Haus­tiere. Sie kom­men zu allen Le­bens­mitteln und hin­ter­las­sen ihren Kot überall. Haus­tiere finden sich oft selbst mit dem raschen Wechsel der Umge­ bung nicht zurecht. Falls du für diese Zeit keinen Platz der Für­sorge deines Tieres findest, und es mit­ bringst, trägst du die Ver­ant­wor­tung. Be­obach­te es regel­mäßig. Halte es fern von den Küchen und Sprech­kreisen und lass es nicht auf die freie Wild­bahn. Nimm dir die Frei­heit einen streu­nen­den Hund im Schatten an einen Baum zu binden, aber nie­mals ohne ihm Wasser zu geben."(1)

 

Bewusstheit, Verbundenheit


Bild: kathrin.kellner(ät)web.de
 

Bisher schrieb ich haupt­säch­lich über Organisa­tori­sches. Doch wa­rum ma­chen wir das alles ei­gent­lich; was sind Sinn und Ziel der Veranstal­tun­gen? Ein langjäh­riger Regen­bogen­freund nann­te es "die Erkennt­nis der Ver­bunden­heit mit den Schwes­tern und Brü­dern, die sich erwei­tert zum Gefühl der Verbun­denheit mit allen Men­schen, mit der ganzen Natur, mit dem ganzen Uni­ver­sum". Diese Er­kennt­nis lässt sich nicht be­wusst her­beiführen; sie kommt von selbst, wenn die Voraus­setzun­gen stimmen. Wir ver­suchen sie auf den Rainbows zu schaffen.
Einige Voraussetzungen kannst auch du beitragen:

  • Gib deinen Ge­dan­ken Ru­he, in­dem du nicht über Din­ge wie Fern­se­hen, Fuß­ball, Geld und Po­li­tik re­dest. Re­de mit dei­nen Schwestern und Brü­dern über dein und ihr per­sön­li­ches Le­ben, übe dich auch im Zu­hö­ren, und schwei­ge auch mal und genie­ße nur die Nähe der anderen.
  • Meditation, Bhajan-Singen, Yoga und Wan­dern können eben­falls zur Erkennt­nis der Verbun­den­heit bei­tra­gen.
  • Wenn du (z. B.) isst, dann esse und lasse die Gedan­ken um andere Dinge gehen wie sie kommen. Zwi­schen­durch schaue dir die vielen Leute im Circle an.
  • Achte Mutter Erde (s. o.).
  • Iss dein Essen so wie die Natur es dir gibt, und verän­dere es so wenig wie mög­lich, auch wenn du in die Stadt gehst. Oder besser gehe nicht in die Stadt. Dein Essen beein­flusst auch deine Gedan­ken!

Jede spirituelle oder reli­giöse Rich­tung ist will­kom­men, wenn sie friedlich und gewalt­frei ist. Wir kommen auch des­wegen zusam­men, um unsere vielfäl­tigen spiritu­ellen Erfah­ rungen und Erkennt­nisse auszu­tauschen, und um zu lernen, sie zu tole­rieren und zu achten. Wenn du magst, kannst du gerne zu einem solchen Kreis aufru­fen.

 

Aufräumlager

"Das Aufräumlager beginnt eigent­lich im Moment deiner Ankunft."(1) Bitte achte von Anfang an in Liebe und Respekt auf die Rein­heit deiner Umge­bung. Nach dem letzten Tag des Treffens zieht sich das Lager zu einem kleine­ren Kreis zusam­men um aufzu­räumen: Lager­plätze, Wasch­stellen, Küchen ab­bauen. Kom­post­löcher und Latri­nen mit einem Erd­ hau­fen füllen und bedecken, damit sie absin­ken können. Baum­stämme, Äste und Steine sammeln. Lager­plätze mit Blättern und Gras bedecken. Feuer­stellen einge­wässern und mit Erde bedecken. Pfade mit Schaufel und Pickel auf­lockern und Samen säen. Alle Zeichen unserer Anwe­sen­heit ent­fernen. Fahr­zeuge können Müll zu größe­ren Depo­nien, Contai­nern oder Wieder­verwer­tungs­stellen bringen. Wir versu­chen die Land­schaft so ursprün­glich wie möglich zu verlas­sen.

 

Rainbow-ABC

In der Rainbow-Szene häufig ver­wen­dete Begriffe:

  • Bhajan: Religiöses hindu­ isti­sches Volks­lied, das oft wieder­holt wird, wie auch das →Mantra
  • Clean-up: das Aufräumlager
  • Family (Familie): Die Rainbow-Bewe­ gung bezeich­net sich auch als "Familie", wobei als Mutter die Erde (Gaia), als Vater die Sonne und als Kinder (Schwestern und Brüder) wir Men­schen gelten.
  • Focalizer: Jemand der/die sich um einen Teil­be­reich bei der Orga­ni­sation küm­mert.
  • Food-Circle (Essenskreis): Zusam­men­kunft zum gemein­samen Essen, zumeist mittags und abends, begin­nend mit dem →OM-Circle.
  • Gaia: Mutter Erde (grieschische Göttin).
  • Healing-Gathering: Rainbow mit beson­deren Heilungs-Aktio­nen, ohne Drogen, Alko­hol, Tabak, Zucker, Fleisch.
  • Konsens(us): Be­schluss­fas­sung mit der alle ein­ver­stan­den sind (s. Ab­schnitt oben).
  • Magic Hat (Wunderhut): Ein Hut der (mit Gesang) bei den Essens­krei­sen herum­geht für Spen­den.
  • Mantra: kurze religiöse Wort­folge, die spre­chend, flüsternd, sin­gend oder in Gedan­ken oft wieder­holt wird (bei uns eher sin­gend). →Bhajan.
  • OM-Circle (OM-Kreis): Ritual zu Beginn vom Essens­kreis, Rede­kreis u. a., beste­hend aus Gesang, Dank­sagung an Mutter Erde und Vater Sonne.
  • Rainbow (Regen­bogen) wird verwen­det für:
    * die welt­weite Rainbow-Bewe­gung, der Hippie-Bewe­gung nahe­ste­ hend,
    * die Zelt­lager, auf denen sich die Menschen der Rainbow-Bewe­gung treffen,
    * die Men­schen, die sich der Rainbow-Bewe­gung zuge­hörig fühlen.
    Die Rainbow-Bewe­gung bezeich­net sich auch als "Stamm" (→tribe) oder "Familie" (→family).
  • Scouten: Auskundschaften eines geeig­ neten Stück Landes für ein kom­men­des Rainbow (Krite­rien im Link).
  • Seedcamp (Aufbaulager): Vorbereitungstage zum Aufbau eines Gemein­schafts-Tippis oder -Unter­standes, →Welcome-Centers, →Shitpits, einer Küche u. a.
  • Shitpit (Latrine): Läng­liche Grube als Toilette.
  • Talking Circle (Redekreis): Zusammen­kunft zum Aus­tausch von Gefüh­len und Erfah­rungen, zum Lösen von Proble­men und für Ankün­digun­gen.
  • Talking Stick (Redestab): Ein Stock, der bem Redekreis herum­geht und zum allei­nigen Reden berech­tigt.
  • Tipi: indianische traditio­nelle Behau­sun­gen, oft Zelt­ersatz auf den Rainbows.
  • Tribe (Stamm): Die Regen­bogen­bewe­gung be­zeich­net sich auch als "Stamm" in Anleh­nung an die Volks­stämme bei den Natur­völkern. Grund ist die weit­ge­hend hierar­chie­freie Art des Zusam­men­lebens und die natur­nahe, einfa­che Lebens­weise bei vielen Natur­volks­stäm­men.
  • Vision-Circle (Visionskreis): Rede­kreis mit Schwer­punkt auf Ideen für zukünf­ tige Projekte.
  • Walkabout: Spirituell moti­vierte Wande­rung; ur­sprüng­lich kommt der Begriff von den Abori­gines-Wande­rungen in Austra­lien, die damit zu den Wurzeln ihrer Iden­tität zurück­finden. Die Rainbow-Familie hat diesen Begriff für ihre Wande­rungen über­nom­men.
  • Welcome-Center (Willkomen- daheim-Lager): Eine Einrich­tung, wo Neuan­kömm­linge em­pfan­gen werden.

 

Quellen

Zu dem Thema gibt es meines Wissens zwei in der Rainbow­bewe­gung weit­gehend anerkannte Artikel in deutsch (bitte an­klicken):
(1) Was ist Rainbow, 29.03.2009 von Krishna (Leit­faden vor allem für grosse Rainbow-Treffen)
(2) Rainbow Family - Lebendiger Nach­hall der Hippie Bewe­gung, Jochen Schilk (Ge­schichte und Iden­tität)

Auf Grundlage dieser beiden Artikel richtet sich diese Seite an die Neu­linge auf einem Rohkost Gathe­ ring. Text­stellen, die nicht als Zitate gekenn­zeich­net sind, stam­men von mir oder wurden von mir bear­ beitet und reprä­sentie­ren nicht unbe­dingt die Mei­nung der gesam­ten Rainbow-Bewe­gung. Kritik ist willkommen: schreibe mir

 

Links

Rainbow-Seiten in Deutsch:

rainbowinfo.de - Forum, Artikel, Rundbriefe, Netzwerk, Bilder, Lieder
http://de.groups.yahoo.com/group/rainbowfamily_germany/ - Forum, Links
Rainbow Gathering bei Wikipedia
Rainbow-Liederbücher in Textform
Rainbow-Liederbücher in schöner Handschrift

 

Rainbow-Seiten in Englisch:

beneficiofamily.com
Schöne Seite übers Beneficio mit Bildern
rainbowforum.net
rainbow-gatherings.blogspot.com
rainbowguide.info
rainbowland.rainbowinfo.net
welcomehere.org
welcomehome.org

 

 

Om-Deko

 

Letzte Änderung:
07.06.2016