Ausrüstung

Welch ein wunderbares Erlebnis, mit ganz wenig Sachen zu leben!

 

(Foto: 2 Wanderinnen mit Gepäck)

Einführung

Die folgenden Tipps gelten vor allem bei den Wanderungen und Radtouren. Bei den Gatherings macht es Sinn, auch einen Teller, Besteck, was zu Lesen und vielleicht ein Musikinstrument, Liedtexte und ein Zelt mitzunehmen. Doch wenn wir unser Gepäck mehrere Stunden pro Tag auf dem Rücken tragen oder mit dem Fahrrad bergauf schieben - glaubt mir, dann ist es viel angenehmer mit ganz wenig Gepäck, und wir fühlen uns freier und unabhängiger! Was brauchen wir unbedingt? Wasser und Essen finden wir oft unterwegs, daher brauchen wir meistens keine oder nur wenig Vorräte mitzunehmen. Und Kleidung waschen wir untewegs, daher brauchen wir keine Ersatzkleidung. Mehr dazu siehe unten. Die übrigen Sachen findet ihr in den folgenden beiden Tabellen; zwei superleichte Versionen, die ausreichen, um warm und trocken zu bleiben:

Diese wenigen kg beinhalten Schlafsack, Isomatte, Regenschutz für Tag und Nacht, Kleinkram und Rucksack! Alle Angaben sind nur ungefähre Werte. Wer es noch billiger möchte, kann das meiste aus zweiter Hand kaufen oder finden. Ich habe fast meine gesamte Ausrüstung zum Nulltarif aus dem Müll oder geschenkt bekommen. Dafür nehme ich gerne in Kauf, dass ich öfter mal meine Sachen nähen oder reparieren muss.

Strenge Veganer/innen kaufen keine Woll-, Daunen- und Seiden-Sachen. Statt einem Seideninlett gibt es ein Inlett aus ägyptischer Baumwolle. Ansonsten habe ich Alternativen angegeben. Für Details könnt ihr die meisten Artikel anklicken.

 

2,8-kg-Version

Insgesamt ca. 760 €, nachts weich und warm:

Rucksack: Golite Ion, 26 Liter (evtl. für Isomatte Riemen annähen) 300 g 63 €
Schlafsack: Apache MF, Daunenfüllung, hat sich bewährt; je nach Größe: 850 bis 965 g 380 bis 420 €
Seideninlett: Meru Seiden-Inlett, schont Schlafsack, zusätzlich isolierend 150 g 32 €
Isomatte: NeoAir Regular aufblasbar, von Therm-A-Rest 420 g 110 €
Regenschutz: Bivy-Poncho / Tarp, wasserdicht auch an den Nähten 600 g 70 €
     - " - 5 Häringe, 18 cm, je 12 g, zum Aufspannen des Tarps 60 g 16 €
     - " - 5 Schnüre, 3mm, 2m, reißfest 20 g  €
Taschenlampe: Quanties Skylight, solarbetrieben, 10 Jahre Garantie 28 g 33 €
Wasserflasche: ISYbe Trinkflasche, schadstofffrei (keine Weichmacher), 0,7 l 70 g 14 €
Messer, kl. Löffel, Zahnbürste, Kamm, Ausweis, Stift, Nähzeug, Uhr, Geld 100 g  
Baumwollbeutel, 2 Plastiktüten, was zu lesen... 100 g  

 

3,5-kg-Version

Insgesamt ca. 230 €, nachts jedoch härter:

Rucksack: Itsy-Bitsy, 20 Liter (für Isomatte Riemen annähen!) 280 g 33 €
Schlafsack: z.B. "Tundra 3-seasons", wir kennen ihn nicht; je nach Größe: 1450 bis 1700 g 95 bis 120 €
Isomatte: Artiach Light- Plus, falls du hart liegen kannst 240 g 31 €
Regenschutz: Poncho der Bundeswehr / Tarp, wasserdicht auch an Nähten 1000 g 20 €
     - " - 5 Häringe, 18 cm, je 12 g, zum Aufspannen des Tarps 60 g 16 €
     - " - 5 Schnüre, 3mm, 2m, reißfest 20 g  €
Taschenlampe: Solar- Kurbel LED- Taschenlampe, wir kennen sie noch nicht 25 g 11 €
Messer, kl. Löffel, Flasche, Zahnbürste, Kamm, Ausweis, Stift, Nähzeug, Uhr, Geld 100 g  
Baumwollbeutel, 2 Plastiktüten, was zu lesen... 100 g  


 

Gewichtslose Zutaten

+ Einen freien Kopf (aufräumen, to-do-list)
+ Lieder am besten auswendig
+ Sehnsucht nach Natur, Freiheit, Luft, Licht und Liebe

 

Was ich nicht brauche

– Ersatzkleidung; ich wasche meine Kleider unterwegs
– Unterwäsche; ich trage seit Jahren keine
– Schuhe; ich laufe barfuß oder in Sandalen
– Badezeug; ich bade nackt
– Handtuch; Sonne, Wind, Bewegung trocknen auch
– Schlafanzug; ich bevorzuge ein Inlett (s. u.)
– Kräuter und Früchte finde ich zumeist unterwegs
– Nussknacker; ich knacke mit Steinen
– Seife; ich wasche mich nur mit Wasser
– Zelt; ich habe ja mein Regenponcho-Tarp
– Regenkleidung; auch dafür dient das Regenponcho
– Gitarre wäre zwar schön, wiegt aber zu viel
 

So fuhr Christoph von Deutschland nach Spanien! Ich fand es amüsant, aber nicht nachahmenswert

Auch bei dieser Übung ziehe ich es vor, wenig Gepäck zu haben

Eine schrittweise Anleitung zum Tarp-Aufbau mit Fotos findet ihr unter Tarp-Aufbau

Es gibt auch leichte Hängematten; hier ein Aufbau mit Mücken- und Regenschutz

Manchmal bauen wir uns gemeinsame Unterkünfte

Lars überlegt wohl noch wo er ist

Wenn kein Regen zu erwarten ist, schlafen wir auch gerne ganz im Freien

Bei Dauerregen suchen wir uns meistens eine vorhandene Überdachung


Nun ist also bewiesen:
Ihr könnt mit nur 2,8 kg und etwas Wasser, Essensvorräte und Kleidung wandern gehen - und dabei super bequem draußen schlafen!
Mit Wasser, Essens­vorräte und Kleidung schwankt das notwendige Gepäck zwischen 3 und 6 kg; in den Bergen sind es vielleicht auch mal 10 kg. Alles was darüber hinausgeht (Ersatz­kleidung, Zelt, Bücher...) beein­trächtigt die Tour - auch wenn es euch noch so ungewohnt vorkommt. Wenn ihr dennoch mehr herumschleppt, ist es auch kein Problem - sofern ihr es selbst tragen könnt und mögt! Wenn ihr euch aber einigermaßen an meine Empfehlungen haltet, bin ich eher bereit, einen Teil von eurem Gepäck zu übernehmen, falls es euch zu anstrengend wird.

 

+ Wasser

Mit Rohkost brauchen wir weniger Wasser als mit Kochkost. Allerdings kann der Wasser­bedarf zu Beginn der Ernährungs­umstellung noch erhöht sein; er ist individuell verschieden. Meistens reicht eine Einliter­flasche aus. In der 2,8 kg-Ver­sion findet ihr schadstoff­freie Wasser­flaschen, 70 g, 14 €. In der 3,5 kg-Version gehe ich von den Supermarkt-Plastik­fla­schen aus, die fast nichts wiegen, aber kleine Mengen Weich­macher (und vielleicht auch andere Schadstoffe) abgeben.

 

+ Essen

Meistens finden wir genug zu essen unterwegs, ansonsten kau­fen wir was ein. Und mal etwas weniger zu essen ist viel­leicht auch nicht verkehrt. Bei den meisten Wanderungen dürfte 1 kg Essen im Rucksack ausreichen. Manche nehmen auch gar nichts mit und fasten, wenn es mal nichts zu fin­den gibt. Bitte denkt daran, dass es eine Rohkost-Tour ist; Nüsse sollten z. B. nicht geröstet sein! Siehe Warum Rohkost?

 

+ Kleidung

Ich empfehle, keine Ersatz­wäsche mitzunehmen! Wir können unsere Wäsche bei wärmerem Wetter unterwegs waschen - und es zeigt sich bald, dass wir nicht jeden Tag frische Wäsche anziehen müssen, um angenehm wandern zu können (sondern eher einmal pro Woche). Also: Sonnen­schutz­mütze, Hemd, Pullover, Shorts, lange Hose, gut sitzende Socken, Wander­sandalen - und das wärs!

Wenn allerdings Temperaturen unter 3 Grad möglich sind, kommen noch eine Mütze, Jacke, lange Unterhose (oder eine zweite Hose) und noch ein Paar Socken hinzu (je nach Kälte­em­pfind­lichkeit; doch bedenkt dass man beim Wandern schnell warm wird; auch können wir das Poncho als Wärmeschutz überziehen). Ihr findet in den Einladungen jeweils Tempe­ratur­angaben.

Im Idealfall haben wir, wenn wir uns bei kaltem Wetter warm anziehen, keinerlei Kleidung im Rucksack! Unterwäsche besitze ich seit Jahren nicht mehr; nicht nur weil es einfacher ist, sondern wahr­scheinlich auch gesünder! So schnell fangen wir nicht zu stinken an (vor allem nicht bei gesunder Rohkost) - und wenn doch ein bisschen, dürfen wir bei solch einer Wanderung oder Radtour wohl auf Verständnis hoffen.

+ 1 T-Shirt, 1 kurze Hose, 1 lange Hose, 1 Jacke (in der kalten Jahreszeit mehr) – sofern wir sie nicht anhaben. Gute Jacke: Patagonia Herren Daunensweater

  • Wollkleidung eignet sich besser als Baumwolle, weil Wolle besser isoliert, weniger die Feuchtigkeit aufnimmt und deshalb auch weniger zu waschen ist.
  • Wanderkleidung aus speziellen Kunstfasern gibt es in Outdoor-Läden; die Oberbe­kleidung aus solchen Kunst­fasern ist wasser­abweisend, schweiß­durch­lässig, winddicht, und Mücken können nicht hindurch stechen.

+ 1 Paar Socken, falls wir nicht barfuß laufen. In Sport­geschäften gibt es spezielle Socken zur Vorbeugung von Fußblasen. Sie sind teuer, aber Fußblasen sind oft ein Problem bei Wanderungen
+ 1 Paar Wander­sandalen, die – wieder zur Vorbeugung von Fußblasen – schon etwas benutzt sind. Ich bin einem Wanderer begegnet, der von den Sandalen "Traditional JC Sandal" begeistert ist; mit denen bekäme er keine Blasen! Ich laufe bei Wanderungen unter 15 km pro Tag übrigens stets barfuß!

 

+ Schlafsack

Es gibt Daunen- und Kunstfaser-Schlaf­säcke in vielen Qualitäten. Daunen isolieren besser im Verhältnis zum Gewicht, sind aber feuch­tigkeits­empfind­licher und teurer. Lasst euch beraten! Gute Tipps findet ihr im kostenlosen Katalog von Lauche & Maas (Tel. 089-8206677). Dort sind z. B. die Temperatur­angaben zu den Schlaf­säcken und Isomatten (soweit möglich) realistisch – im Gegensatz zu den meisten anderen Firmen! Hier einige weitere: Tatonka, Woick, Wolfskin. Wir Urköst­ler/innen sollten viel­leicht noch ein paar Kältegrade hinzu­rechnen. Einen Aspekt erfahrt ihr aller­dings nur hier: Mit dem Kauf von Daunen­schlaf­säcken unterstützt ihr die Fleisch­industrie (ethische Bedenken). Sinnvoll ist ein leichtes Inlett, das man in den Schlafsack steckt. Es schont den Schlafsack, ist waschbar, haut­freund­lich und zusätzlich isolierend.

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Rab Quantum, ein besonders leichter Sommer­schlafsack, Daune, Isomatte wird reingesteckt, 550 g, 165 €
Apache MF, Daunen­füllung, hat sich bewährt, 850 bis 965 g, 380 bis 420 €
"Tundra 3-seasons", wir kennen ihn nicht; je nach Größe: 1450 bis 1700 g, 95 bis 120 €

 

+ Isomatte

  • Leicht aber hart und wenig isolierend (nur für Hartge­sottene bei Sommer­wande­rungen!): eine faltbare Isomatte
  • Ebenfalls leicht (240 g), etwas besser isolierend, 28 €: Artiach Light- Plus
  • Besser isolierend und weicher: sich selbst aufblasende Isomatten von Thermarest, siehe Katalog von Lauche & Maas
  • Zwei Beispiele für selbst­aufblasende Isomatten: NeoAir Regular, 420 g, 110 €; Prolite Plus, 690 bis 780 g, 100 €
  • Wer sehr weich liegen muss: Exped; z. B. „AirMat 7 Pump“ oder "DownMat 7 Pump"
  • Kompromisse: Vielleicht bei eBay schauen
  • Ungeeignet: Luftmatratzen; sie isolieren schlecht und sind dennoch schwer

 

+ Regenschutz

Ein Regenponcho-Tarp (ca. 2,3 x 1,7 m, 500 g) ist sozusagen eine Plastik­plane mit eingenähter Kapuze drin. Es schützt uns sowohl tagsüber beim Wandern als auch nachts beim Schlafen vor dem Regen, spart also Gewicht. Nachts spannen wir es uns mit Schnüren übner dem Schlaf­platz; siehe Tarp-Aufbau

  • Das billigste Tarp: eine gewebe­verstärkte Baumarkt-Plane, z. B. bei OBI, die leichteste auswählen, ca. 2 x 3 m, 700 g, 4 €. Da keine Kapuze drin ist, braucht ihr für tagsüber zusätzliche Regenkleidung.
  • Die besten Tarps (mit eingenähter Kapuze, also auch für tagsüber) stellt meines Wissens die Firma Exped her:
    Bivy-Poncho, 600 g, 70 €, wasserdichte Nähte,
    Bivy-Poncho Extrem, 1,52 x 2,40 m, 420 g, 80 €. Dazu braucht man noch einen Silikon-Nahtabdichter, um die Nähte abzudichten. Bei stürmischem Regen halten die Klettverschlüsse manchmal nicht so gut wie die Druckknöpfe beim o. g. Bivy-Poncho.
  • Kompromisse: In Armeeläden gibt es günstigere ca. 1,6 x 2,2 m große Tarps, z. B. diesen, oder sucht z. B. bei Ebay nach "US-Poncho", "Regenponcho BW" oder "... Army". Die aus Nylon-Ripstop-Gewebe wiegen etwa 500 g, sind aber an den Nähten nicht so dicht wie die Ponchos der Bundeswehr aus Gummi (ca. 900 g). Bei vielen Regenponchos ist das Material selbst nicht wasserdicht, z. B. beim Nylon-Regenponcho von Sea to Summit - anders als vom Hersteller angegeben!

Den Auf- und Abbau bekommt ihr vor Ort gezeigt. Regnet es nicht hinein, wenn die Seiten offen sind? Auf der 3 Monate langen Spanien-Wanderung habe ich so manchen starken Regen unter meinem Tarp überstanden. In seltenen Fällen musste ich ein wenig umbauen, z. B. eine Seite zumachen oder tiefer spannen. Auch kommen bei starkem Regen meistens ein paar Tropfen durch die Nähte, doch die trocknen wieder. Bei Dauerregen suchten wir uns eine Schutzhütte oder ein Vordach zu einem Gebäude. Bei den Camps könnt ihr auch ein Zelt nehmen, wenn ihr es transportieren könnt. Leichte Zelte findet ihr ebenfalls bei Lauche & Maas. Ich bevorzuge auch bei Camps mein Tarp: frische Luft – Sicht in die Natur – leicht zu tragen!

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Jurek Accessory Duo/Trio Poncho Tarp, 20 €, laut Erfahrungen eines Benutzers wasserdicht, ich werde ihn prüfen
Wäfo Monsun, 145 x 285 cm, 440 g, 48 €, verschweißte Nähte - klingt sehr gut, wir haben ihn aber noch nicht probiert
Tarptent Moment, sehr leichtes Zelt, 830 g, 248 €, gute Belüftung hält Kondenswasser in Grenzen, doch das optionale
Innenzelt macht es angenehmer, 106 g, 50 €; bei Schnee oder Sturm auch der Gestängebogen, 190 g, 28 €

+ 5 Schnüre, 3 mm, 2 m, reißfest aber leicht, möglichst verschiedenfarbig, zum Abspannen des Tarps
+ 5 Zeltheringe

 

+ Kleinkram

+ Mückenschutz: Je nach Empfindlichkeit; inwieweit wir mit Mücken zu tun haben werden, kann ich nicht vorhersagen. Bei etwa jeder zehnten Tour kommt es zu einer Mückenplage; dann können wir womöglich stundenlang nicht einschlafen. Ich habe mir eine engmaschige Gardine ans Oberende der Matte genäht, spanne die Mitte mit einer Schnur hoch und stecke das andere Ende in den Schlafsack. Andere nähten sich den Mückenschutz an den Schlafsack und tragen eine Mütze zur Abstandhaltung. Bei Lauche & Maas gibt es auch „große Lösungen“.
+ 1 Baumwollbeutel und einige undurchsichtige Plastiktüten sind oft nützlich. Bitte Früchte immer in undurchsichtigen Beuteln tragen
+ Geld für alle Fälle, Telefonkarte, Uhr, Stift...
+ Für die grenzüber­schreitenden Wanderer: Pass oder Ausweis – Gültigkeit schon mal prüfen!
+ Büchlein, Handy, Walkman... Vor allem bei längeren Touren lohnt es sich etwas zum Zeitvertreib mitzunehmen, was möglichst wenig wiegt, versteht sich. Die Pausen werden sonst doch manchmal zu langweilig, wenn ich z. B. so lange zum Essen brauche. Möglichst kein Handy; wenn doch, schaltet es bitte nur ein wenn ihr telefoniert und haltet dann Abstand zu den Leuten die wegen der Strahlen­belastung kein Handy benutzen!
+ Bei Bedarf: Zahnbürste, Kamm, Taschenlampe – so wenig und so leicht wie möglich! Mir gefällt die „Skylight“ – Taschenlampe von Exped (s. o.): mit integrierter Solarzelle, dennoch nur 20 g leicht, 29 €. Das silberfarbene Modell soll besser sein als das schwarze.

+ Messer: Mir reicht ein normales Küchenmesser. Doch werfen wir mal einen Blick auf die Ausrüstung von Sven, einem Vielwanderer: „Es ist gut, links oder rechts am Gürtel (im Geldgürtel habe ich oft alles Geld drin) ein Messer zu tragen, um Früchte, Gras als Unterlage zu schneiden, zum Graben den Boden ebnen, als Hobel, zum Nüsseknacken, Minimachete, Kokosnussöffnen (jeder Reifegrad), Verteidigung, Wurfmesser usw. nehme ich es gerne her. Ein wirklich hochwertiger Messerstahl ist, wenn er Glas ritzt wie ein Glasschneider, in dieser Qualität fertigen nur ganz wenige Messerschmiede in der Welt ab 1000 Euro aufwärts.

Für die meisten von Euch dürfte ein kleines leichtes Gemüsemesser zulangen. Wer mehr will, kann sich nun für ein klappbares oder feststehendes Messer entscheiden. Es ist immer mindestens 440c Stahl rostfrei anzuraten. Bei klappbaren Messern ist Gerber und die Skandinavischen (90 Euro) mit Holzgriff anzuraten. Unter 50 Euro dürfte im klappbaren Bereich nichts wirklich praxistaugliches zu erwarten sein.

Bei feststehenden Messern ist billig und gut das Messer der Firma Nieto für 18 Euro, 440c Stahl mit leichtem Plastikgriff. Leider verwendet Nieto sehr oft Alu am Griff, was negative Auswirkungen auf die Langlebigkeit haben soll. Ich habe beim 42 Euro Messer die Holzgriffschalen entfernt und die Schneide länger geschliffen mit 3 cm Riffel-Schliff, den Griff neu umwickelt und eine neue Lederscheide gefertigt, jetzt ist es superleicht, hoch-funktionell und echt empfehlenswert. Lasst Billigprodukte, 420 Stahlmesser immer im Laden liegen. Die meisten feststehenden Messer sind zu schwer, der Schneiden-Winkel zu stumpf (wie helle 3 Lagen Messer) und kommen nicht an die 440c Stahlqualität von Nieto. Die faltbaren Messer von Opinel sind für den Leichteinsatz denkbar, wobei aber die rostfreien trotz bedeutend schlechterer Stahlqualität aus Geschmacks­gründen beim Früchteessen immer vorzuziehen sind.

Ich habe fast immer ein Schweizer Offiziers­messer mit Säge und Schere dabei, nehme es aber niemals zum Obstschneiden, weil es sonst zu stark verschmutzt. Außerdem besitze ich noch ein Kurki ca. 30cm langes Grum-Messer aus hochwertigem japanischen Stahl, was ich für harte Survival-­Trips und Zimmermanns-­Arbeiten nehme. In Dschungelgebieten kaufe ich mir eine kürzere, leichte, der besseren Schärfe wegen, rostende Machete vor Ort.“

 

+ Rucksack

Die oben empfohlenen Rucksäcke sind superleicht - aber für wirklich wenig Gepäck ausgelegt. Falls ihr mehr mitnehmen wollt, gibt es auch größere Rucksäcke, die aber auch teurer sind und immerhin ein halbes Kilo mehr wiegen: Golite Jam L, 54 Liter, 894 g, 120 Euro. Ein Wanderfreund hat ihn bei einer kleinen Tour benutzt und ist zufrieden; hoffen wir, dass er weiterhin gut hält! Ansonsten wird an leichten, unter 1 kg 35-40 Liter­rucksäcken in wirklich guter Verarbeitungs­qualität fast nichts hergestellt. Einen 1.250 g Rucksack gibt es von Mammut. Ich habe mir an einem kleinen leichten Rucksack Gurte angenäht, mit denen ich meine Isomatte mit darin eingerolltem Schlafsack befestige. Dadurch reicht der kleine Rucksack aus.

 

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Also bis bald!

 

 

Irrtum vorbehalten
Stand: 10.11.2012